Frankfurt

Tod im Uni-Labor: Tierversuche nehmen zu

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Offenbach/Frankfurt - Kaum eine Debatte wird so heftig geführt wie die über Tierversuche. Jetzt schreckt eine Meldung aus Frankfurt auf: An der Goethe-Universität ist die Zahl der Tests zuletzt rasant gestiegen.

Der auffallend hohe Anstieg von Tierversuchen an einzelnen Universitäten in Hessen hat den Streit erneut entfacht. Forscher sichern zwar Zurückhaltung zu, dabei wird auch auf eigene Ethikkommissionen an den Hochschulen verwiesen. Dennoch kommen dort immer mehr Versuchstiere zum Einsatz. Besonders drastisch ist die Zunahme an der Frankfurter Goethe-Uni: Dort stieg die Zahl der Tiere, an denen geforscht wurde, seit 2000 von 186 auf zuletzt 32.000.

Der Tierschutzbeauftragte der Universität, Manfred Schubert-Zsilavecz, führt den spektakulären Anstieg vor allem auf die vielen Projekte zurück, die für die biomedizinische Forschung „eingeworben“ werden konnten. Der Professor ist nicht glücklich über diese Entwicklung, rechnet allerdings nicht damit, dass sich an der Zahl in nächster Zeit etwas ändern wird; dabei verweist er auf qualitativ hochwertige Forschung. Er wünscht sich aber, dass es bedeutend mehr Anstrengungen gibt, die Tierversuche überflüssig zu machen.

Kritiker bezweifeln indes, dass die sogenannten Drittmittelprojekte der alleinige Grund sind. Werden die unpopulären Tests bewusst verlagert? „Einige Pharmaunternehmen arbeiten mit Universitäten zusammen, daher könnten sich die Zahlen von den Unternehmen zu den Hochschulen verschieben“, sagt Grünen-Landtagsabgeordnete Ursula Hammann. Was ihr auffällt: Während sich seit 2000 die Zahl der Versuchstiere an Hochschulen verdoppelt hat, hat sie sich in der Wirtschaft halbiert. In Frankfurt finden die umstrittenen Tierversuche heute fast nur noch in der Forschung und nicht in der Lehre statt.

red

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