Der EXTRA TIPP hat einen Besuch abgestattet

Kronberg: Ausgebüxte Kängurus noch etwas  unter Schock

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Immer noch etwas scheu: Känguru-Dame Erna lässt sich aus sicherer Entfernung von EXTRA TIPP-Redakteur Dirk Beutel füttern.

Kronberg – Weil Einbrecher die Tür zu ihrem Gartengrundstück aufgelassen haben, ist das Känguru-Pärchen Herby und Erna mal auf einen Sprung ausgebüxt. Mittlerweile sind die jungen Hüpfer wieder zu Hause, den Schock merkt man ihnen aber noch etwas an. Von Dirk Beutel

Zum Davonhoppeln! Bislang noch unbekannte Täter sind in der Nacht zum 1. Mai in das Gartengrundstück von Familie Berg (Name von der Redaktion geändert) eingebrochen und wollten auf Raubzug gehen. Gestohlen haben sie nichts. Kein Wunder. Denn sie wurden in der Dunkelheit offenbar von schlafenden Nandus überrascht. Die großen Laufvögel aus Südamerika werden von der Familie privat aufgezogen, ebenso wie die beiden Bennett-Wallaby-Kängurus Hermann – liebevoll Herby genannt – und Erna. Doch als die Gauner vor Schreck das Weite suchen, lassen sie die Tür zum Gartengrundstück offen. Der ganze Trubel ist zuviel für die etwa eineinhalb Jahre alten Hüpfer, die durch das Tor davonhoppeln. Während Erna von seinen Besitzern am nächsten Tag wieder eingefangen wird, irrt Herby in der Nähe einer S-Bahn umher, wird aber von der Polizei geschnappt und zwischenzeitlich an den Opel Zoo übergeben.

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Süße Kängurus hüpfen wieder daheim

Ganz schön viel Hektik für die beiden jungen Hüpfer. Besonders Herby merkt man auch ein paar Tage später die Aufregung noch an. Doch wie kommt man eigentlich auf die Idee Kängurus privat zu halten? „Wir wollten Tiere, die unser Grundstück pflegen und uns den Rasen mähen aber auf Schafe oder Ziegen hatten wir keine Lust“, sagt Alexander Berg. Also fiel die Wahl auf die gefräßigen Nandus und die exotischen Kängurus, die beide übrigens aus deutschen Züchtungen stammen, ursprünglich aber ihren Lebensraum auf der Insel Tasmanien haben. „Sie sind pflegeleicht, mittlerweile handzahm und kommen mit unserer Witterungen bestens zurecht“, sagt Berg. Besondere Haltungs-Auflagen müsse die Familie nicht erfüllen, wie auch das Gutachten über die Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft bestätigt. Nur soviel: Die Tiere, die bis zu 15 Jahre alt werden können, müssen paarweise gehalten werden, brauchen eine Freifläche von mindestens 250 Quadratmetern, einen Unterstand und eine hohe Umzäunung. Natürlich müssen die Tiere noch bei der Stadtverwaltung, dem Veterinäramt und der Unteren Naturschutzbehörde gemeldet werden. Aber das war´s. Auch beim Futter sind die herzigen Hüpfer unkompliziert: Sie lieben junge Triebe, Gras und Laub. Und wenn es zwischendurch ein Früchtebrot oder ein Vollkorntoast gibt, dann ist die Welt in Ordnung. Dazu kommt, dass die hüpfenden Pflanzenfresser ziemlich unauffällig sind. „Eigentlich sind es fast schon langweilige Tiere. Wenn wir im Garten allerdings basteln oder etwas bauen, werden sie plötzlich richtig neugierig und schauen uns über die Schulter“, sagt Berg.

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