Erste Taunus-Stadt fordert Bürger auf

Königstein fordert: Zeigt die Hundekot-Sünder an!

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Taunus – Wer dreist genug ist, lässt die Haufen seines Hundes auf den Taunus-Straßen liegen. Offiziell steht das unter Strafe. Doch angeklagt haben die Städte und Gemeinden bisher fast niemanden. Weil es zu schwierig sei, die Täter auf frischer Tat zu ertappen. Von Christian Reinartz

Bei der Stadt Königstein sollen Bürger die Kot-Sünder jetzt beim Ordnungsamt denunzieren. Das will den Beschuldigten dann gleich eine saftige Rechnung nach Hause schicken.

Renitente Hundehalter

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Ute Reiermann stinkt’s! Die stellvertretende Leiterin des Königsteiner Ordnungsamtes hat es satt, dass Hundehalter ihre Tiere auf Straßen, Gehsteige und Grünstreifen koten und die Haufen danach liegen lassen. Von angedrohten Geldstrafen bis zu 10.000 Euro lassen sich die Herrchen offenbar nicht einschüchtern. „Die wissen, dass wir sie auf frischen Tat ertappen müssen. Und das ist schwierig.“ Auch in Oberursel, Bad Homburg und Hofheim kämpfen man mit renitenten Hundehaltern. Dabei steht den Odnungsämtern eigentlich die volle Breitseite des Gesetzes zur Verfügung. Entweder die Städte haben eine eigene Verordnung,nach der das Wild-Koten bestraft wird, wie etwa in Königstein und Bad Homburg. Andere Städte setzen auf das Hessische Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz und interpretieren Kot kurzerhand als Müll. Das aber ist juristisch umstritten. Florian Weber, Jurist beim Hessischen Städte- und Gemeindebund erklärt: „Bei der Verfolgung und Ahndung dieser Ordnungswidrigkeiten besteht in der Praxis eine erhebliche Unsicherheit.“ Diese sei verständlich, da sogar ein Richterspruch des Oberlandesgerichts Frankfurt, den Hundekot nicht grundsätzlich als Abfall kategorisiere.

Hundehalter im Ordnungsamt anzeigen

Anwendung finden die Regelungen offenbar so gut wie nie. Während in Oberursel bisher nur ein Fall zur Anzeige gebracht wurde und man in Hofheim von ganz wenigen Fällen spricht, wurde in Bad Homburg und Königstein noch nie ein Verfahren eröffnet. Ein Mitarbeiter im Bad Homburger Ordnungsamt: „Die wissen doch, dass eh nichts passiert.“

Doch damit will sich Ute Reiermann nicht zufrieden geben. „Wir setzen auf die Mithilfe der Bürger“, sagt sie. Wer einen solchen Hundehalter beobachte, solle das im Ordnungsamt anzeigen. „Der Beschuldigte bekommt dann eine Ordnungswidrigkeitsanzeige von uns“, sagt Reiermann. Dass das auch Denuntianten auf den Plan rufen könnte, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen, sieht sie gelassen. „Uns reicht die Zeugenaussage.“ Zudem ist es, laut Experten, anhand des Kotes nachweisbar, welcher Hund das Häufchen gelegt hat.

Christian Reinartz

Christian Reinartz

E-Mail:christian.reinartz@extratipp.com

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