Hundetrainerin erklärt Körpersprache der Vierbeiner

Körpersprache: So reden Hunde mit uns

Achilles steht hechelnd in der Sonne und Rosalie nagt fröhlich am Stock herum.

Region Rhein-Main – Wer denkt, Hunde können nicht reden, liegt falsch. Sie benutzen zwar keine Worte, wie wir Menschen, dafür ihre Körpersprache. Hundetrainerin Mela Hirse erklärt, was Hunde uns sagen wollen. Von Silke Gottaut 

Wenn Frauchen die Tür öffnen geht, kommt Rosalie meist mit zur Tür. Sie stellt ihre Pfote bewusst auf den Fuß von ihr und beobachtet genau wer kommt. "Mit der Pfote auf meinem Fuß demonstriert sie, "das ist mein Frauchen", sagt Hundetrainerin Mela Hirse von Rehabili-Tiere in Frankfurt. "Es ist wie bei uns Menschen. Wenn wir zum Beispiel in der Disco sind und ein Fremder kommt auf unseren Partner zu, nehmen wir auch unter anderen den Partner in Arm, um zu signalisieren: Das ist meiner."

Hunde kommunizieren analog, da sie kein Wortverständnis im Sinne einer Sprache besitzen. Teile der analogen Kommunikation sind: Körpersprache/-haltung, Bewegung, Lautäußerung und Mimik. Des Weiteren kommunizieren sie über optische, akustische, geruchliche und berührende Signale.

Ein gutes Beispiel hierfür sind Achilles und Grace. Hundedame Grace steht vor Achilles und knurrt ihn laut und deutlich an. Achilles geht daraufhin sofort zurück. Doch er geht nicht zurück, weil er das Knurren gehört hat, sondern weil er die Mimik von Grace gesehen hat und das Knurren gespürt hat. Achilles kann nämlich nichts hören, er ist taub. Er ist voll und ganz auf die Körpersprache von Hund und Mensch angewiesen.

Der 16-Monate alte Setter wurde am vergangen Sonntag aus Teneriffa eingeflogen und sucht nun hier ein neues Zuhause. Derzeit ist er bei ‘Pflege-Frauchen’ Simone Kroh untergebracht. Sie wird sich erst einmal um ihn kümmern, bis er in gute Hände abgebenen wird. Damit Achilles und Kroh sich besser verstehen, geht sie zu Hundetrainierin Hirse. Hier ein paar Tipps, was die Körpersprache der Hunde aussagt:

Gestik und Mimik:

Die Gestik eignet sich gut zur Verständigung über größere Distanzen, da sie bereits von Weitem erkennbar ist. Stehen die Hunde sich nah gegenüber, gebrauchen sie die Mimik, wie zum Beispiel das Ausrichten der Ohren oder das Verstellen der Schnauze.

Ohrenstellung:

Sind die Ohren nach hinten gerichtet, bedeutet es: „Ich unterwerfe mich.“ Hoch aufgerichtet zeigen sie dagegen Überlegenheit an.

Lächeln:

Lächeln kann der Aufnahme von Kontakt dienen, kann aber auch ein nervöses Lächeln sein, also ein Ausdruck von Ängstlickeit. Typisches Bild: Lippenspalt lang nach hinten,Ohren angelegt.

Gähnen:

Hunde gähnen vor allem bei Müdigkeit, Langeweile, Unsicherheit, Erregung, Erleichterung oder Stress.

Demutsverhalten

Das Demutsverhalten, auch submissives Verhalten genannt, stellt häufig das Gegenstück des Drohverhaltens dar. Es sieht folgendermaßen aus: Sich klein machen, eingeknickte Beine, niedrige Körperhaltung, angelegte Ohren, Mimik und Gestik zeigen vom Gegner weg, Blickvermeidung, lange Mundwinkel, Ohren zurück und Laute sind meist sehr hoch.

Schnauze:

Hunde benutzen neben ihren Augen auch ihre Augenbrauen, Mundwinkel und Zähne. Bei Unsicherheit und Unterwürfigkeit werden die Mundwinkel nach hinten gezogen. Bei Unsicherheit und Drohung kommt hinzu, dass sie Zähne zeigen. Sicherheit sieht so aus: Mundwinkel nach vorn, Lippe etwas nach oben gezogen und das Zeigen von Eckzähnen.

Info

Hundetrainerin Mela Hirse bietet in ihrer Hundeschule Rehabili-Tiere in Frankfurt den Workshop „Körpersprache“ im August an. Anmelden kann man sich unter (0176) 32108696 oder per E-Mail an info@ rehabilitiere.de. Weitere Infos gibt’s auf www.rehabilitiere.de. Wer es sich zu traut, den tauben Achilles in sein Zuhause aufzunehmen, kann sich gerne bei Hirse melden.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare