Herrchen sind sauer, Pinkel-Opfer klagen

Hunde-Urin-Artikel schlägt hohe Wellen

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Region Rhein-Main - Was ein Sturm der Emotionen nach dem Artikel „Echt ätzend“ vom vergangenen Wochenende! Während viele Herrchen aus dem Häuschen sind und von Hetze gegen Hunde sprechen, zeigen betroffene Hausbesitzer wenig Verständnis für Fiffis, die alles voll pinkeln. Von Christian Reinartz

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Hunde-Urin  ist eklig und verursacht Schäden – soweit ist der Inhalt des Artikels „Echt ätzend“ vom vergangenen Wochenende unstrittig. Dennoch hat der Bericht offenbar zahlreiche Hundebesitzer auf die Palme gebracht, weil sie sich und ihre Haustiere mit einem Problem konfrontiert sahen, über das der EXTRA TIPP  „lieber hätte schweigen sollen“, wie eine Leserin am Telefon aufgebracht polterte. Leserin Janina Berg verlieh ihrem Ärger in der Kommentarfunktion unter dem Artikel Luft.
„Was kommt als nächstes? Der Hund darf nicht mehr raus, weil dessen Anblick jemanden stört?“ Und weiter: „Man kann nur sagen: Armes Deutschland! Hier einen Hund oder überhaupt ein Tier zu haben, macht keinen Spaß mehr. Man muss ständig darauf gefasst sein, angepöbelt oder schräg angeschaut zu werden.“ Und auch für den Hunde-Urin hat sie eine Lösung: „Sollte die Steuer nicht für die Beseitigung von Kot et cetera genutzt werden?“ Andere forderten gar, sich statt um Hunde-Pipi lieber um Menschen-Urin zu kümmern.

"Und Männer pinkeln in die Parkhäuser"

Leserin Renate schreibt: „Haben Sie sich schon mal überlegt, wie viele Männer in die Ecken in Parkhäuser pinkeln?“ Auch Leserin Carmen Bartschies wendete sich an die Redaktion und sagte: „Ich finde es auch nicht okay, wenn überall hingepinkelt und -gekackt wird. Aber zum einen tun das leider nicht nur die Hunde, vermehrt sind es auch die Menschen. Ich wohne in Schwanheim am Wald und da ist es ganz besonders schlimm.“ Andere wiederum hatten den Artikel erst gar nicht gelesen, riefen aber trotzdem an, um der Redaktion „mal die Meinung zu sagen“. Die Nachbarin habe sie informiert, argumentiert eine besonders verärgerte Leserin. Dass Redaktionsleiter Axel Grysczyk im dazugehörigen Kommentar mehr Pinkel-Areale für Hunde gefordert hatte, wollten sie gar nicht wissen. Überhaupt tendierten viele dazu, auch die Meinung der Fachleute anzuzweifeln, wie etwa Monika Roth: „Dann soll mir doch bitte dieser bekannte Hundetrainer Holger Schüler, von dem ich noch nichts gehört habe, mal erklären wie man einem Rüden beibringen soll, dass er sein Bein nicht mehr an einem Baum hebt. Eines Tages kommt er ganz bestimmt, der Hund ohne Blase, ohne Darm und ohne Stimmbänder, und auf dem Rücken den Wegwerf-Griff. Aber ich glaube, selbst dann würden die Menschen noch etwas finden, über das sie sich aufregen.“

"Das Eigentum wird versifft und verdreckt"

Aber auch auf Seiten der Urin-Opfer schlug der Artikel hohe Wellen. Vogelfreundin31 schreibt: „Da wird das Eigentum, die Zäune und Fundamente der Reihenhäuser versifft und verdreckt. Bei einer Bitte, das zu unterlassen, werden die Hundebesitzer  gleich frech und sagen: ,Ich bezahle Hundesteuer, und da kann mein Hund groß und klein hinmachen wo er will. Außerdem kommen die circa vierzig Hundebesitzer mindestens sechsmal am Tag vorbei, bis abends 22 Uhr. Das ist 240 Mal am Tag und 7200 Mal im Monat. An manchen Tagen stinkt das schon jämmerlich.“ Auch Leser Stephan Berz argumentiert mit Zahlen: „Wir haben ganz in der Nähe eine Hundewiese und einen Wald, und trotzdem pinkeln circa fünf Hunde täglich an unser Eckhaus. Im Sommer können wir das Fenster nicht öffnen. Spricht man die Hundebesitzer an, stößt man auf Unverständnis und Aggressivität. Bei fünf Hunden mal 0,3 Liter sind das fast 550 Liter pro Jahr. Ich weiß nicht welche Hundebesitzer gern vier Badewannen Hunde-Urin vor dem Haus möchten. Vielleicht hilft dieses Zahlenspiel, das Verständnis zu wecken.“

 

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