Das sind die zehn größten Fehler bei der Hundeerziehung

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Sinnloses Bestrafen und Rumschreien bringt gar nichts: Wenn Herrchen weiß, wie Bello tickt, konsequent auftritt und sich klar ausdrückt, kann fast nichts mehr schiefgehen.

Der Hund ist der beste Freund des Menschen,  längst ist er zum Familienmitglied aufgestiegen. Und trotzdem wissen Herrchen und Frauchen oft nicht, wie sie mit ihrem Hund richtig umgehen sollen. Zum heutigen Tag des Hundes stellt der EXTRA TIPP die größten Fehler bei der Hundeerziehung vor. Von Dirk Beutel

Fehler 1: Jeder ist für einen Hund geeignet.

Der erste Fehler wird meist begangen, bevor der Vierbeiner einen Schritt in sein neues Zuhause gesetzt hat. Denn: Eine Familie aber auch Singles sollten es sich vorher überlegen, ob sie wirklich den Platz und die Zeit für einen Hund haben. Ganz wichtig: Was für ein Hund soll es überhaupt sein? Ein Welpe oder ein erwachsener Hund?

Fehler 2: Die Rasse spielt keine Rolle

Von wegen. Aus der Rasse lassen sich einige Charakterzüge ableiten. „Die Rasse des Hundes sollte den erzieherischen Fähigkeiten des Besitzers entsprechen“, sagt Dieter Zurr von der Hundeschule Dangerous Dogs in Oberursel.

Fehler 3: Alles durchgehen lassen

Die meisten Probleme würden gar nicht entstehen, wenn es vom ersten Tag an klare Regeln geben würde“, sagt Hundetrainerin Sonja Bauer aus Neu-Isenburg: „Gerade wenn ein neuer Hund einzieht, wird häufig der Fehler gemacht, ihm erst mal fast alles zu erlauben.“

Fehler 4: Den Hund vermenschlichen

Das ist das größte Missverständnis“, sagt Claudia Nüsser von der Hundeschule Freundlicher Hund aus Dreieich. Der Hund darf auf die Couch oder sogar ins Bett. Der Hund avanciert zum Partnerersatz. Aber: „Es sind und bleiben Tiere, die klare Grenzen brauchen“, sagt Petra Huhn von der mobilen Hundeschule in Liederbach. „Wer seinem Hund keine Grenzen setzt, riskiere, dass sich Rollen vertauschen und der Hund das Kommando übernimmt“, bestätigt Andrea Weyland von der Hundeschule Rodgau.

Fehler 5: Kommunikation des Hundes nicht verstehen

Ein Klassiker: Dem Hund ein schlechtes Gewissen unterstellen. Beispiel: Frauchen entdeckt eine Pipipfütze in der Wohnung, die ihr Ricco dort hingemacht hat. Es wird geschrien und getobt. Reaktion: Der Hund kommt mit hängenden Ohren, eingeklemmter Rute angeschlichen. Aber ohne schlechtes Gewissen, denn in Wirklichkeit reagiert der Hund mit seiner Körpersprache nur auf seinen Halter und versucht ihn „auf seine Art zu besänftigen“, sagt Madeleine Müller von der Hundeschule Wullewatz in Frankfurt.

Fehler 6: Es muss immer Harmonie herrschen

Irrtum. Denn Erziehung ist anstrengend und kann auch mal in Konflikten enden: „Denen sollte man nicht ausweichen, sondern sie sogar gezielt suchen, um sie für mich zu entscheiden“, sagt Dieter Zurr.

Fehler 7: Erziehung nach Bedienungsanleitung

Viele lesen unzählige Bücher über Hundeerziehung, verlieren aber ihr Bauchgefühl. „Es wird krampfhaft nach dem richtigen Knopf gesucht, der gedrückt werden muss, damit alles klappt“, sagt Christiane Engisch von der Hundeschule Kelsterbach.

Fehler 8: Dem Hund Moral unterstellen

Madeleine Müller: „Ein Hund tut nur Dinge, die sich für ihn lohnen. Gerade mal in einem Prozent der Fälle von Stubenunreinheit macht ein Hund absichtlich in die Wohnung, weil er gelernt hat, dass er hierfür Aufmerksamkeit erhält.“

Fehler 9: Mit Leinenruck bestrafen, wenn er an der Leine zieht

Warum zieht ein Hund? Weil er vorwärts kommen will. Die einzige Abhilfe: Stehen bleiben und zwar konsequent, sobald ein Hund zieht.

Fehler 10: Den Hund mit einem Alphawurf maßregeln

Einen Hund gewaltsam auf den Rücken zu werfen, damit er sich unterwirft ist noch immer eine beliebte Strafmaßnahme. Und ein Trugschluss. Ein Hund unterwirft sich von selbst und nicht durch äußerliche Gewalteinwirkung.

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