Hammer-Gift tötet den süßen Julius

Am Dienstag geht Tanja Herth wie jeden Morgen mit Julius "Am Belzborn" spazieren. Es ist noch keine sechs Uhr. Julius rennt vor und zurück. Der sportliche, 20 Monate alte Riesenschnautzer tollt umher bis er an einer Hecke stoppt. Tanja Herth: "Ich habe gesehen wie er etwas gefressen hat.

Er hat sich zufrieden mit der Zunge über die Schnauze geleckt. Ich habe ihn geschimpft." Julius läuft anschließend ein paar Schritte vor, stoppt, kehrt zu Frauchen zurück und fällt vor den Augen der 36-Jährigen um.br /"Ich habe sofort gemerkt, dass es ernst ist. Aber ich konnte den großen, schweren Hund nicht aufheben", erklärt sie. Sie rennt zurück, alarmiert ihren Onkel. Wenige Minuten später schleppt ihr Onkel Julius in sein Auto und fährt ihn sofort in eine Langener Tierklinik. Tanja Herth: "Uns ist sofort aufgefallen, dass er bestialisch aus dem Maul nach Chemie gerochen hat."br /In der Tierklinik kann nur noch der Tod von Julius festgestellt werden.br /Die Tierärztin teilt den Herths mit, dass ihr Hund vergiftet wurde. Es muss ein sehr starkes Gift gewesen sein, weil es sehr schnell den Organismus lahm gelegt hat und der Hund auch unmittelbar gestorben ist.br /Tanjas Mann Peter geht davon aus, dass das Gift in eine Leckerei verpackt gewesen ist und somit Julius angelockt hat. "Wenn da pures Gift ausliegt, geht doch kein Hund dran", sagt er und fragt sich: "Aber wer hat Zugang zu Substanzen, die einen großen, über 40 Kilo schweren Hund, in ein paar Minuten töten?"br /Auch für die Polizei liegt nahe, dass es sich um einen Giftköder gehandelt hat. Insbesondere deswegen, weil Julius kerngesund und besonders sportlich war. Eine zeitnahe Absuche der Gassi-Strecke durch eine Funkstreife habe allerdings keine verdächtigen Hunde-Leckerbissen zu Tage gebracht. Die Polizei und das Langener Ordnungsamt bittet aber trotzdem alle Hundefreunde, ihre Vierbeiner beim Auslauf an der Leine zu lassen und im Auge zu behalten.br /Die Herths wollen erstmal keinen neuen Hund. Zu tief sitzt der Schock. Als Welpe haben sie Julius vom Züchter bekommen, ihm 1350 Euro gezahlt, ihn aufgezogen, ihm Manieren beigebracht und ihm alles ermöglicht, damit er ein glückliches Hundeleben hat. "Ich habe seine drei Körbchen und seine Näpfchen weggeräumt. Ich kann das nicht ertragen. Es wäre nicht fair, sich einen neuen Hund zu holen. Wir hätten ja nur Julius im Sinn", sagt Peter Herth.br /In ein paar Wochen erwarten die Herths Nachricht von einer Spezialfirma aus Holland. Die schicken Julius Überreste zurück â?? in einer Urne.

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