Hai-Experte Gerhard Wegner im Interview

Menschen sind keine Beute

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Gerhard Wegner prangert den Handel mit Haifischflossen an.

Region Rhein-Main – Die 20-Jährige Jana L. aus Nordhessen hat die Begegnung mit einem Hai vor Hawaii nicht überlebt. Der Offenbacher Hai-Experte und Gründer der Schutzorganisation Sharkproject spricht im Interview über die Zunahme von Unfällen und das Wesen des Hais. Von Norman Körtge

Herr Wegner, in dieser Woche waren sie ein gefragter Interviewpartner. Wie gehen die Medien mit dem Hai-Unfall vor Hawaii um?

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Viel sachlicher und die Verhältnismäßigkeit wahrend wie noch vor zehn Jahren. Da stand meist ein blutrünstiger Menschenfresser im Fokus. Heute ist es ein schrecklicher Unfall, den die junge Frau leider nicht überlebt hat. Aber es ist und bleibt eine Ausnahme.

Aber laut Zeitungsberichten haben Hai-Attacken vor Hawaii zugenommen?

Das stimmt, aber gleichzeitig hat auch die Anzahl der Touristen zugenommen. Mehr Menschen im Wasser bedeutet auch eine höhere Wahrscheinlichkeit auf einen Hai zu treffen. Die meisten Begegnungen zwischen Hai und Mensch hinterließen oft noch nicht einmal einen Kratzer. Meines Wissens starb 2004 zuletzt ein Mensch vor Hawaii durch einen Hai. In der Zwischenzeit sind Hunderte ertrunken oder am Strand in eine Scherbe getreten.

Greifen Haie gezielt Menschen an?

Nein. Es gibt 530 Haiarten. Sie sind von zehn Zentimeter bis zwölf Meter groß. Nur ganz wenige Arten können dem Menschen überhaupt gefährlich werden. Wie im Fall vor Hawaii wahrscheinlich ein Tigerhai. Aber Menschen gehören nicht zu seinem Beuteschema, obwohl er langsam und nährstoffreich ist. Wenn es so wäre, dann würde es Tausende von Hai-Opfern jedes Jahr geben. Es kommt vor, dass ein Hai mit der Schnauze einen Menschen anstupst. Vielleicht auch einen Testbiss macht. Aber er attackiert nicht wie in dem Film ‘Der Weiße Hai’.

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