Grausam!

Tiere werden einfach über den Tierheim-Zaun geschmissen

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Noel und Chipsi freuen sich auf ihr neues Zuhause.

Offenbach – Katze, Hund, Hase, Maus - egal welches Tier - wird jedes Jahr wieder an Weihnachten gerne verschenkt. Und wenn einer ein Tier nicht mehr mag, wird es einfach im Tierheim abgegeben. Oder aber auch über den Tierheim-Zaun geschmissen. Von Silke Gottaut

Tierpflegerin Connie Bauer kümmert sich um den an Heiligabend abgegebenen Atesch.

Vier Tage nach Heiligabend mussten zwei Kaninchen einen hohen Sturz über den Zaun erleiden. Sie wurden von einem Unbekannten ohne Reue über den Zaun des Tierheimes geschmissen. Cora Bonnet, Tierpfegerin, hat eines der Kaninchen zufällig entdeckt. Wenig später fand sie das Zweite panisch über das Gelände der Heimes hoppeln. Zusammen mit Tierpflegerin Connie Bauer konnten sie die beiden verängstlichen Hasen einfangen. Was der Unbekannte sich dabei gedacht hat, ist unverständlich, denn der Zaun ist nicht gerade niedrig. Dass die Zwei den Sturz ohne zurückbleibende Schäden geschafft haben, ist wohl ihr Schicksal. Zum Glück bekommen die zwei Kleinen nächste Woche schon ein neues Zuhause. Die neue Besitzerin, die sich gleich in die beiden verliebt hat, hat ihnen auch schon Namen gegeben: Noel und Chipsi.
Es gibt jedoch auch Tierbesitzer, die ihre Tiere ehrlich im Heim abgeben. Seltsam nur, wenn direkt an Heiligabend dem Hundehalter einfällt, dass er eine Wohnungsklage am Hals hat und seinen Hund nicht länger behalten kann. Auf die Art und Weise kam Atesch, ein kleiner Mischlingshund, pünktlich zu Weihnachten in das Tierheim.

Die Abgabeflut wird zu Ostern erwartet

Einige der Tiere, die an Weihnachten unter dem Weihnachtsbaum als Geschenk lagen, oder auch saßen, werden innerhalb den nächsten Wochen in Tierheimen abgegeben. Meistens kommt die Flut der Abgabetiere zu den Osterferien. „Da merken die Besitzer dann, dass sie niemanden für das Tier haben, wenn sie in Urlaub fahren“, sagt Gudrun Lincke, Leiterin des Tierheimes in Offenbach. Andere Gründe sind aber auch keine Zeit oder es macht zu viel Arbeit.

Die Tierheimleiterin beobachtete jedoch die letzten Jahre, dass weniger Hunde und Katzen, die Weihnachtsgeschenke waren, abgegegen werden. Der Mut mal schnell ein kleines Tier zu kaufen, ist eben doch noch größer, als einen Hund, der auch noch Hundesteuer kostet.

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