Glitzerhalsband und Gummiplaneten: Was Hundemamas glücklich macht

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Auch Glamour-Hunde dürfen zubeißen: Christine Kallnik (links) zeigt Layla und Frauchen Rebeca Rother ein Spielzeug.

Frankfurt – Erst seit zehn Monaten ist Rebeca Rother Hundemama. Sie liest Hündin Layla jeden Wunsch von den braunen Kulleraugen ab. Ob ein kniffliges Hundespiel, ein Gummiplanet, der unzerstörbar ist, oder eine violette Leckerli-Box für unterwegs. Bei Hunde-Boutique-Besitzerin Christine Kallnik informiert sie sich über Bio-Hundefutter, ausgefallene Spielzeuge und die neusten Tragetaschen für Hunde. Von Jennifer Dreher

Ganz wild wird der kleine Malteser-Shi-Tzu-Mischling beim Anblick des quietsch-gelben Huhns, das ihm sein Frauchen entgegenstreckt. Sofort ist bei der Hundedame Layla der Kampfgeist geweckt. Sie beißt und zerrt an ihrem Opfer aus Stoff. „Ist das nicht viel zu groß für sie?“, fragt Rebeca Rother. Nach Ansicht von Christine Kallnik, Inhaberin von Poochie-Glamour, ganz und gar nicht: „Solange sie Spaß damit hat und es herumwirbelt, ist das Spielzeug nicht zu groß.“

Seit 2007 verkauft die Frankfurterin in ihrem Laden alles für den Hund. Dafür ist sie auch 2009 zur Pet-Fashion-Week nach New York gereist. „In Amerika sind Hunde-Boutiquen ganz normal“, berichtet Kallnik.

Ein Gemälde vom geliebten Vierbeiner malen lassen

Ein Hunde-Model bei der New Yorker Pet-Fashion-Week.

Neben Spielzeugen zum Preis von sechs Euro bietet sie auch Designer-Hundetaschen für zirka 300 Euro an. Auch ein Gemälde von vierbeinigen Liebling kann man auf Bestellung anfertigen lassen. Außerdem führt sie in ihrem Shop zuckerfreie Leckerlis und Hundefutter. „Viele Hunde vertragen das handelsübliche Futter nicht, weil es viel Mais und Getreide enthält“, sagt die Frankfurterin. Ihr Futter hätte schon vielen Hunden geholfen.
Auch Rother gibt Layla Spezialfutter. „Ich will nur das Beste für meinen Hund“, sagt die 35-Jährige. Andere Hundebesitzer reagierten nicht nur positiv auf den Mischling mit der violetten Schleife im Haar. „Auf spanisch hat mal eine Frau gesagt, dass sie sich für so einen Hund schämen würde“, erinnert sich Rother, gebürtige Mexikanerin, und fügt hinzu: „Dabei hatte sie einen Mops. Den mag auch nicht jeder.“

Hündin Layla wehrt sich gegen Schuhe

Sie habe mal probiert, Layla Schuhe anzuziehen, aber dagegen hat sich die Kleine gewehrt. „Ich wollte sie vor dem Frost schützen, durch den Layla rissige Pfoten hatte“, berichtet Rother.

Schuhe und Mäntel für Hunde sind umstritten. „Es gibt Leute, die denken, dass die Tiere nicht artgerecht gehalten werden, aber das stimmt nicht“, verteidigt Kallnik ihre Kunden. „Nur weil ein kleiner Hund ab und zu getragen wird, heißt das nicht, dass er keinen Auslauf bekommt“, weiß sie. Es sei gefährlich für die kleinen Hunde in vollen Einkaufsstraßen, weil sie leicht übersehen werden.

Für Kallnik stehe das Wohl der Hunde an oberster Stelle. „Den Wunsch einer Kundin, eine Hundetoilette zu bestellen, habe ich abgelehnt. Denn wer einen Hund hat, der sollte auch mit ihm rausgehen.“ Das sieht auch Laylas Frauchen Rebeca Rother so und schenkt ihrer kleinen Hündin das Stoff-Huhn zum Spielen.

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