17-jährige Chira war krank

Giraffe im Frankfurter Zoo eingeschläfert

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Giraffe Chiara musste im Frankfurter Zoo eingeschläfert werden.

Frankfurt - Heute morgen musste das 17-jährige Giraffenweibchen Chira im Frankfurter Zoo eingeschläfert werden. Bereits seit ihrem dritten Lebensjahr wurde die Netzgiraffe wegen einer Fehlstellung der inneren Klaue im rechten Vorderlauf intensiv behandelt.

Lange Zeit konnte die Giraffe mit der Behinderung gut und weitgehend schmerzfrei leben. In den letzten Monaten hatte sich der Zustand allerdings deutlich verschlechtert, die Behandlung schlug nicht mehr an. Die Entscheidung zum Einschläfern wurde im Sinne des Tierwohls getroffen nachdem klar war, dass Chiras Lebensqualität dauerhaft drastisch eingeschränkt bleiben würde, teilte der Frankfurter Zoo am Dienstagmittag mit.

Chira hatte starke Schmerzen

Kurz vor Weihnachten wurden Chiras Schmerzen offensichtlich immer stärker. „Eine Giraffe versucht Schmerzen zu verbergen, ein überlebenswichtiges Verhalten in der Natur, denn schwache Tiere werden leicht Beute von Beutegreifern“, erläutert Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch, „Chira hat ihr rechtes Vorderbein extrem geschont und ist kaum noch damit aufgetreten, ein untrügliches Indiz für extreme Schmerzen.“ Die Giraffe stand unter dauerhafter veterinärmedizinischer Betreuung, doch selbst hochdosierte Schmerzmittel brachten keine Linderung mehr.

Eine Heilung war ausgeschlossen

Die Fehlstellung der Klaue führte in der Fessel zu einer chronischen Gelenkentzündung, die das Gelenk nach und nach auflöste. Giraffen haben sehr lange, schlanke Beine und wiegen zwischen 400 und 1000 Kilogramm. Ein enormes Gewicht belastet die relativ kleinen Hufe. Um die Blutversorgung der Beine zu gewährleisten, ist die Haut der Tiere sehr straff um die Beine gespannt, sie wirkt wie eine Art Stützstrumpf. Durch die Entzündung war das Gelenk stark angeschwollen. Da die straffe Haut aber eine Ausdehnung des Gewebes kaum zulässt, entsteht ein enormer Druck im Gelenk, der große Schmerzen verursacht. „Wir haben uns für das Wohl des Tieres entschieden und Chira eingeschläfert, da eine Heilung ausgeschlossen und eine medizinische Therapie und Schmerzlinderung nicht mehr möglich waren“, sagt Niekisch. Die Giraffe wurde, wie generell im Zoo Frankfurt üblich, noch am Dienstagvormittag zur weiterführenden Untersuchung in ein Tierpathologisches Institut gebracht.

Chira wurde 1996 im Zoo Frankfurt geboren. Sie hat ihr gesamtes Leben in Frankfurt verbracht und sieben Jungtiere großgezogen. In Frankfurt leben zurzeit noch fünf Giraffen, Bulle Hatari, die Weibchen Monique und Edita sowie zwei Jungtiere. red

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