Todes-Leckerli auf Spazierwegen

Hunde-Hasser: Wieder Giftköder im Kreis Offenbach

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Unbeschwertes Gassi-Gehen ist derzeit im Kreis Offenbach unmöglich. Auf jedem Weg könnten Giftköder versteckt sein, die für die Vierbeiner lebensgefährlich sind.

Rödermark – Versteckte Rasierklingen in Fleischwürsten, Rattengift in Brotstückchen und ausgelegte Glasscherben auf beliebten „Gassi-Routen“: Hundehassern treiben im Kreis Offenbach ihr Unwesen. Eine Familie aus Rödermark hat jetzt sogar eine Belohnung für Hinweise ausgesetzt.  Von Fabienne Seibel

Hundebesitzer im Kreis Offenbach gehen in den vergangenen Wochen nur mit ungutem Gefühl mit ihren Vierbeinern vor die Tür. In Offenthal, Dietzenbach und nun auch in Rödermark wurden Giftköder gefunden, denen bereits mehrere Hunde zum Opfer gefallen sind.

Kirsten Krüger von der Polizeidienststelle Südosthessen sagt, dass Giftköder jedes Jahr im Frühjahr wieder ein Thema sind: „Es ist leider ein immer wiederkehrendes Phänomen, dass gerade im Frühling vermehrt Giftköder ausgelegt werden.“

Belohnung ausgesetzt

Damit den Tätern endlich das Handwerk gelegt wird, hat sich ein Ehepaar aus Rödermark-Waldacker mit dem Tierfachmarkt „Fressnapf“ in Rödermark-Urberach zusammengetan und eine Belohnung von 2000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zu den Tätern führen. Da die Familie aus Waldacker selbst Hundebesitzer ist und den Racheakt der Hunde-Hasser fürchtet, wollen die Tierliebhaber namentlich nicht genannt werden. Die engagierte Ehefrau sagt: „Es muss einfach in der ganzen Region publik gemacht werden, dass höchste Vorsicht geboten ist.“ Auch Krüger appelliert an jeden: „Es ist ganz wichtig, dass alle Leute aufmerksam sind und sich sofort bei der Polizei melden, sobald ihnen etwas auffällt. Die Giftköder sind nicht nur für Hunde gefährlich, sondern auch für kleine Kinder.“

Die engagierte Familie ist der Meinung, dass von Seiten der Städte zu wenig getan wird. Aus diesem Grund sind die Privatleute gerne bereit, die Belohnung aus der eigenen Tasche zu zahlen. „In Fällen wie mit den Giftködern muss die Stadt viel aktiver werden und mit Schildern auf die Gefahr aufmerksam machen. Da das ausbliebt, müssen wir selbst aktiv werden“, sagt die Hundebesitzerin aus Waldacker.

Maulkörbe sind ausverkauft

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Ein Angestellter des Fressnapf-Marktes, der ebenfalls nicht namentlich genannt werden will, sagt: „Bei solch massiven Vorfällen wie mit den Giftködern helfen wir gerne und beteiligen uns an der Belohnung für Täter-Hinweise." Seit auch in Rödermark unter Freunden der Vierbeiner die Angst rumgeht, sind im Fressnapf-Markt die Maulkörbe ständig ausverkauft. „Wir kommen mit den Bestellungen kaum nach. Die Hundehalter wollen mit den Maulkörben vermeiden, dass ihre Tiere unterwegs etwas fressen“, sagt ein Mitarbeiter.

Die Hundefreunde wünschen sich eine gerechte Strafe für die Tierhasser. „Eine Geldstrafe ist nicht ausreichend. Ein paar Tage im Knast schon eher“, sind sich die Tierfachmarkt-Mitarbeiter sowie das Ehepaar aus Waldacker einig.

Laut Angaben der Polizei handelt es sich aber erst um eine Straftat, wenn tatsächlich ein Hund zu Schaden kommt oder stirbt.

Bilder aus dem Egelsbacher Tierheim

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