Feuermelder mit kalter Schnauze

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Feuer im Aufzug: Durch ihr Bellen rettete Hündin Wendy die Hausbewohner im Gerhart-Hauptmann-Ring vor einer Feuer-Katastrophe. Besitzer Jürgen Schmitt dankt es ihr.

Frankfurt – Gäbe es eine Verdienstmedaille für Vierbeiner, Wendy hätte sie sich redlich verdient. Die Hündin aus der Frankfurter Nordweststadt hat am vergangenen Samstag über 100 Hausbewohner durch ihr Bellen vor einer Feuer-Katastrophe gerettet. Von Mareike Palmy

Eine Medaille gab es nicht, dafür einen Knochen, Lob und viele Streicheleinheiten. Denn hätte die zweijährige Hündin nicht den Rauch im Fahrstuhl gewittert, hätte Schlimmeres im Hochhaus im Gerhart-Hauptmann-Ring passieren können.

In diesem Aufzug (links) legte der geistig kranke Mann das Feuer. Eine Überwachungskamera filmte die Tat.

Normalerweise liegt Wendys volle Aufmerksamkeit auf den Katzen aus der Nachbarschaft. Am Samstagmorgen hat ihr feines Näschen auch auf das Feuer sofort reagiert“, sagt Besitzer Jürgen Schmitt. Er und seine Frau Claudia waren gerade am frühstücken, als der Chinesische Faltenhund-Mix gar nicht mehr aufhören wollte zu knurren und zu bellen. „Die war ganz aufgeregt und hat an der Tür gekratzt. Und nachdem sich Wendy gar nicht beruhigen wollte, bin ich mit ihr ins Treppenhaus, dann habe ich auch schon den Rauch gerochen der aus einem der Fahrstuhlschächte kam“, berichtet Jürgen Schmitt von den Schreckminuten.

Er holte zwei Eimer mit Wasser und löschte einen brennenden Müll-Korb, der in den Aufzug gestellt wurde. „Da war sogar Brandverstärker drauf, das hat richtig gefackelt, als ich vorsichtig die Fahrstuhl-Tür geöffnet habe. Da hätte ruckzuck das ganze Haus gebrannt. Vor allem die Kabel im Fahrstuhlschacht. Explosive Branderweiterung hat das die Kripo genannt“, sagt Wendys Besitzer.

Seit sieben Jahren wohnen die Schmitts im 13. Stockwerk, ganz oben im Haus. Dass die Familie und 67 weitere Parteien im Haus, den Flammen so glimpflich entkamen, haben die Hausbewohner nur Hündin Wendy zu verdanken. „Das hat sie richtig gut gemacht, wir wären schließlich die ersten die vergast wären“, sagt Jürgen Schmitt sichtlich dankbar.

Der Brandstifter, der im gleichen Haus wohnt wie die Schmitts, konnte einen Tag später geschnappt werden. Die Überwachungskamera im Aufzug filmte nämlich den kompletten Tatablauf. „Im Rahmen der Fahndungsmaßnahmen wurde der 51 Jahre alte Mann auf offener Straße in Alt-Praunheim angetroffen und festgenommen, wobei er stark schwankende Gemütszustände zeigte“, erklärt Polizeisprecher Rüdiger Reges. „Erst wollte er mit den Beamten kämpfen, dann äußerte er den Wunsch erschossen zu werden. Der Mann wurde dann aufgrund der offensichtlichen geistigen Erkrankung in eine Psychiatrie eingewiesen.“

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