Nachts auf Beutezug

Frankfurt: Der Uhu erobert hessische Großstädte

+
Der Uhu hat sein übliches Revier verlassen und erobert die Stadt. Vor allem das reiche Nahrungsangebot lockt die Tiere an.

Region Rhein-Main – Einst noch vor dem Aussterben bedroht, ist der Uhu heute zurück und erobert nachts hessische Städte. Auf dem Speiseplan stehen vor allem Ratten. Von Angelika Pöppel 

In den 70er Jahren noch ausgerottet, erfreut sich der Uhu heute bester Gesundheit. Gut, dass es mittlerweile sogar 2000 Brutpaare in Hessen gibt, laut der Staatlichen Vogelschutzwarte  in Frankfurt. Es werde sogar überlegt, die größte heimische Eule aus der Roten Liste für gefährdete Arten zu entlassen.

Die guten Nahrungsangebote in der Stadt locken die so genannte „Königin der Nacht“ in der Dämmerung in die Stadt. Ratten, die nachts aus der Kanalisation kommen, Krähen, Tauben und sogar Kaninchen stehen auf ihrem Speiseplan. „Die bis zu 3300 Gramm schweren Tiere sind nicht wählerisch“, sagt Martin Hormann, stellvertretender Dienststellenleiter in der Vogelschutzwarte. An der neuen urbanen Heimat ist auch nichts auszusetzen: „Wenn sie die Stadt als geeignet empfinden, ist das in Ordnung.“ Unberührte Feldlandschaften, die die Vögel üblicherweise bevorzugen, sind nunmal rar. Und gerade Frankfurt habe viel grün zu bieten. Auch wenn die Eulen immer noch selten in der Stadt vorkommen, kann man sagen: „Es gibt in jeder Stadt mindestens einen Uhu“, berichtet Hormann. In Offenbach und Frankfurt seien bereits Tiere gesehen worden.

Kommentare