Förster und Jäger fordern: Esst mehr Wildschwein!

Von Norman Körtgebr /Region Rhein-Main - Es werden immer mehr. Milde Winter, Nahrung im Überfluss und das Fehlen von natürlichen Feinden haben in der Region ein Paradies für Wildschweine geschaffen.

In den Wäldern und auf den Feldern der Bauern richten die Schweine schon seit längerer Zeit immense Schäden an. In Maintal drang ein Tier nun sogar in ein Haus ein und verwüstete das Wohnzimmer. Förster und Jäger fordern jetzt: "Esst mehr Wildschwein!"br /Reinhold Gärtner ist ein erfahrener Jäger, hat schon viel erlebt. Doch von einem Wildschwein in einem Wohnzimmer hat er noch nie gehört. Gärtner war es, der am Freitag vor einer Woche in die Büchertalstraße in Maintal-Wachenbuchen eilte. Dort war ein 30 Kilo schweres Tier in ein Haus eingedrungen und hatte das Wohnzimmer verwüstet. "Es hat so ziemlich alles umgeworfen, was umzuwerfen war", berichtet Gärtner von dem Chaos. Mit Hilfe eine fahrbaren Mülltonne gelang es ihm, dass verängstigte und angriffslustige Schwein aus dem Haus zu treiben. "Dann ist es seelenruhig die Straße entlang gelaufen und in einem Feld verschwunden", erzählt Gärtner vom Ende seines Rettungseinsatzes. Ob der Vorfall ein Einzelfall bleibt, kann der Jäger nicht beantworten. Aber er weiß: "Es werden immer mehr Wildschweine. Und sie richten immer größere Schäden an."br /Das bestätigt auch Michael Löber, stellvertretender Leiter des Forstamtes Langen. Durch die guten Lebensbedingungen bekommen Wildschweine sogar zweimal im Jahr Nachwuchs. Pro Wurf können dies bis zu zehn Frischlinge sein, weiß Löber: "Die fressen die ganzen Eicheln und Bucheckern auf und verhindern somit die natürliche Verjüngung des Waldes." Gerne suchen auch Wildschwein-Rotten aus bis zu 40 Tieren Maisfelder auf, um sich dort satt zu essen. Ernteausfälle für die Bauern sind die Folge.br /Selbst von Elektrozäunen lassen sich die Tier nicht aufhalten. "Die Frischlinge schlüpfen einfach durch, und die Bachen trampeln den Zaun manchmal auch einfach um. Wenn die in Panik sind, springen die sogar drüber", berichtet Nico Hoffmann, Head-Greenkeeper vom Golfplatz Gut Neuhof bei Dreieich. Auf der Suche nach Würmern und Engerlingen durchwühlen sie den Platz und machen ihn stellenweise unbespielbar.Da natürliche Feinde wie Wölfe fehlen, bleibt nur der Mensch, um die Wildschweine aufzuhalten. "Es gibt keine Abschussbeschränkungen wie beim Rotwild", sagt Löber. Er findet es allerdings wichtig, dass es für die erlegten Tiere auch Verwendung gibt. Deshalb plädiert er dafür, dass mehr Wildgerichte auf den Essenstisch kommen. Egal ob als Bratwurst, Braten oder Schinken. Dem stimmt auch Jäger Reinhold Gärtner zu. "Die Wildschweine bekommen kein Mastfutter oder irgendwelche Medikamente. Das ist Natur pur", meint er.br /Von den Vorzügen des Wildschwein-Fleisches kann auch Christian Peter berichten. In seiner Dietzenbacher Weinstube "Korkenzieher" bietet er zahlreiche Wildspezialitäten an. "Wildschwein-Fleisch hat viel weniger Fett als das Hausschwein", sagt Peter. Er ist selbst Jäger und bereitet das erlegte Wild auch

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