Flügel abgeschnitten, Augen ausgestochen: Perverse Taubenquäler sind unter uns!

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Stummel statt Krallen: Diese Taube wird von Gudrun Stürmer wieder hochgepäppelt. 

Offenbach/Frankfurt – Sie schneiden Tauben bei lebendigem Leib die Flügel ab, werfen mit Dartpfeilen nach ihnen oder stechen mit Plastikgabeln zu. Die Grausamkeit mit der viele Menschen in Offenbach und Frankfurt die armen Tiere foltern, nimmt mittlerweile perverse Formen an. Nur, weil sie sich über den Dreck ärgern oder genervt sind. Taubenschützerin Gudrun Stürmer kümmert sich um die geschundenen Kreaturen der Region und fordert jetzt: „Zeigt diese Tierquäler an!“ Von Christian Reinartz

900 verletzte Tauben werden jedes Jahr bei Gudrun Stürmer abgegeben. In ihrer Voliere in Oberrad päppelt sie die verstümmelten Tiere wieder auf. 2007 wurde ihr Stadttaubenprojekt mit dem Hessischen Tierschutzpreis ausgezeichnet. Ausgestochene Augen, abgeschnittene Beine oder aufgeschlitzte Taubenbrüste sind an der Tagesordnung. Manche Tauben sind so schwach, dass sie eingeschläfert werden müssen.

Manche Vögel wurden so schlimm misshandelt, dass sie eingeschläfert werden müssen.

Es ist furchtbar zu sehen, zu was Menschen in der Lage sind, nur weil sie genervt sind“, sagt sie erschüttert. Für viele seien solche taten schon gesellschaftsfähig: Sie berichtet von Müttern, die ihre Kinder zur Taubenjagd anfeuern. Von Radfahrern, die die Vögel gezielt überfahren. Von Jugendlichen, die mit Dartpfeilen nach den Tieren werfen.

Doch den Taubenquälern das Handwerk zu legen, ist schwierig. Die meisten Zeugen wollen keinen Nachbarn oder Bekannten anschwärzen, weiß Stürmer aus ihrem Alltag: „In der Gesellschaft fehlt selbst bei so was die Zivilcourage.“ Wenn sie dagegen selbst einen Taubenquäler beobachtet, stellt sie ihn barsch zur Rede, fragt, was das soll. „Die sagen dann immer nur: Die kacken doch alles voll“, sagt sie verbittert: „Als wenn denen das das Recht gibt, ein Lebewesen zu verstümmeln.

Dieses Tier wurde von einem Radfahrer mutwillig überfahren. Jetzt ist der Flügel schwer verletzt.

Die Polizei scheint sich für diese Vorfälle nicht zu interessieren. „Darüber führen wir keine Statistik“, sagt Polizeipressesprecher Karl Heinz Wagner: „Solche Fälle werden in den einzelnen Revieren bearbeitet. Wir wissen also nicht, wie oft so etwas passiert.“ Die Frankfurter Staatsanwältin Doris Möller-Scheu zeigt sich engagierter. „Solche Straftaten werden wir immer verfolgen“, verspricht sie. Bis zu drei Jahren könnten die Täter dafür ins Gefängnis marschieren. So stehe es im Tierschutzgesetz.

Doch dafür braucht es erst beherzte Bürger, die nicht wegschauen, sondern die Täter anzeigen. Gudrun Stürmer: „Selbst wenn Tauben alles voll kacken. Sie sind fühlende Lebewesen, die so eine Folter nicht verdient haben. Zeigt diese Tierquäler an!

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