Eschborn ist das Paradies für Hundebesitzer

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Und schaut er noch so süß – manche Städte bitten ihre Hundehalter richtig zur Kasse. Nur Eschborn verlangt keinen einzigen Euro.

Region Rhein-Main – In ganz Hessen müssen Hundehalter für ihre lieben Vierbeiner einmal im Jahr Steuern zahlen. Vor allem die Besitzer von Kampfhunden werden ordentlich zur Kasse gebeten. In ganz Hessen – nur nicht in Eschborn. Von Dirk Beutel

Laut einer Umfrage des Bundes der Steuerzahler haben in Hessen einige Städte über 20.000 Einwohnern zum Teil ordentlich die Hunde- und Kampfhundesteuer erhöht. Im Taunus allerdings blieb dieser Posten weitesgehend unangetastet. Damit bleibt Friedrichsdorf das teuerste Fleckchen: Dort müssen Hundehalter 78 Euro im Jahr bezahlen. Für einen Kampfhund werden 504 Euro fällig. Überhaupt gibt es im gesamten Taunus nur noch eine einzige Stadt, die Kampfhunde besteuert, nämlich Hattersheim mit 246 Euro.

Während die anderen Städte wie Oberursel (54 Euro), Kelkheim (48 Euro), Hofheim (74 Euro), Hattersheim (78 Euro) und Bad Homburg (hat als einzige Taunus-Kommune ihre Steuer um 21 Euro auf 57 Euro erhöht) ihren Hundehaltern Steuern aufbürden, gilt Eschborn schon lange unter Hundebesitzern als so etwas wie eine Steueroase. „Eine Hundesteuer ist für unsere Stadt schon lange kein Thema mehr“, bestätigt Sprecherin Beate Brendel. Die Stadtverordnetenversammlung entschied, dass es sich hierbei um eine sogenannte Bagatellsteuer handele. Mit anderen Worten: Der Verwaltungsaufwand und dessen Kosten waren wesentlich höher als die Einnahmen, die erzielt wurden. Deshalb wurde die Hundesteuer zum 1. Januar 1999 aus dem Haushalt gestrichen.

Steuer-Nulltarif lockt nicht mehr Hundehalter an

Dass der Steuer-Nulltarif Einfluss auf eine steigende Hundepopulation in der Börsenstadt hat, weist Brendel jedoch zurück. Weil die Stadt keine Steuern erhebe, werden allerdings auch keine Hundebesitzer erfasst. Aber: „Ich kann mir außerdem nicht vorstellen, dass jemand hierher zieht, nur um hundert Euro im Jahr zu sparen“, sagt die Sprecherin.

Dieselbe Erfahrung macht auch Stephan Keil. Seit zwölf Jahren betreibt er die Hundeschule Main-Taunus. Zu ihm kommen sowohl Hundebesitzer aus dem Taunus als auch aus dem vergleichsweise teuren Frankfurt. Dort berechnet die Stadt 90 Euro, sowie satte 900 Euro für einen Kampfhund, wenn keine bestandene Begleithundeprüfung vorliegt. Laut der Umfrage des Bundes der Steuerzahler ist der Betrag ansonsten auf 225 Euro begrenzt.

Nicht weit von Eschborn, nur knapp 35 Kilometer südlich, findet man auch schon das teuerste Pflaster für Hundeliebhaber: Und zwar in Langen im Kreis Offenbach. Nirgendwo sonst in Hessen müssen Herrchen und Frauchen derart tief in die Brieftasche greifen wie dort: Seit dem 1. Januar 2011 verlangt die Stadt 108 Euro von ihren Hundebesitzern, die Kampfhundesteuer beträgt 600 Euro.

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