Ekelige Knäuel-Spinnen wandern direkt auf uns zu

Region Rhein-Main - Es ist ein gruseliger Anblick. Mehrere hundert Spinnen sitzen eng beieinander. Es sind Weberknechte. Nicht irgendwelche, sondern riesige. Der Körper ist nur einen halben Zentimeter groß, doch die dünnen Beinchen sind bis zu 18 Zentimeter lang.

Sie breiten sich aus Richtung Holland kommend rasant aus. Schon bis nach Wiesbaden. Dort wird eine mutmaßliche Kolonie beobachtet.br /"Bitte keine Panik!", fordert Axel Schönhofer, Zoologe an der Uni Mainz, gleich zu Beginn des Gesprächs mit dem EXTRA TIPP. Denn die noch unbekannte Weberknecht-Art ist für Menschen absolut ungefährlich. Dennoch bekommen viele beim Anblick eine Gänsehaut, da die Spinnentiere ein besonders Sozialverhalten aufweisen. "Dutzende oder Hunderte der Tiere verknäulen sich zu einem großen Haufen", berichtet Schönhofer. Dies sei aber lediglich ein Schutz vor Fressfeinden wie Vögeln und Eidechsen, aber keine Angriffsformation. Der Mainzer Zoologe vermutet, dass der Riesen-Weberknecht ursprünglich aus Asien oder Amerika kommt und mit Containerschiffen in die Niederlande eingeschleppt wurde. Seit etwa dem Jahr 2000 breitet sich der Grusel-Weberknecht in Europa aus. In der Nähe von Schloss Freudenberg bei Wiesbaden wird eine mutmaßliche Jungtier-Kolonie beobachtet. Erst in den nächsten Wochen lässt sich sagen, ob es auch wirklich die Riesen-Weberknechte sind. "Erst die erwachsenen Tiere weisen das auffällige Knäuelverhalten auf", erklärt Schönhofer. Sollte es so sein, dann wäre die Population bei Wiesbaden die erste nachgewiesene in der Rhein-Main-Region.br /Gefahr geht von den langbeinigen Tierchen wahrscheinlich lediglich für heimische Weberknechte aus, deren Lebensraum weggenommen wird. "Das müssen wir beobachten", sagt Schönhofer und bittet um Mithilfe. Wer die Riesen-Weberknechte entdeckt, soll ein Foto machen und an axel.schoenhofer@uni-mainz.de schicken. Infos unter www.gmn-ev.de, Rubrik "Aktuell".

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