Eiskalt!

Ausgesetzt in der Eis-Nacht: So  herzlos können Herrchen sein

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Kalte Schnauze: Boxer-Mädchen Frida irrte allein durch den verschneiten Günthersburgpark.

Region Rhein-Main – Unter einem Baum winselt Hündin Frida, ausgesetzt im verschneiten Günthersburgpark, bei eisigen Minusgraden. Immer wieder setzen skrupellose Tierbesitzer der Rhein-Main Region ihre ungeliebten Vierbeiner vor die Tür. In diese Frosthölle! Von Mareike Palmy

„Dieser Fall macht fassungslos“, sagt Elvira Löw vom Frankfurter Tierheim. Ein Fußgänger fand die junge freilaufende Hündin am 14. Dezember in den frühen Morgenstunden. Frida war in keinem guten Zustand, völlig verängstigt, zitterte am ganzen Leib. „Viel länger hätte das Boxer-Mädchen diese Eiseskälte draußen sicher nicht überlebt.“

Die beiden noch namenlosen Katzen-Kinder wurden herzlos in der S-Bahn ausgesetzt. Jetzt kümmert sich Simone Faust um die Stubentiger.

Der Passant hatte ein Herz und brachte die reinrassige Hündin ins Tierheim. Doch da warten noch mehr Vierbeiner, die von ihren Besitzern eiskalt abserviert wurden.

Wer ist so herzlos?

„Das geht im Winter Schlag auf Schlag. Dauernd kommen neue, halb erfrorene Tiere bei uns an“, berichtet Simone Faust von der Katzenstation des Frankfurter Tierheims. Erst vor einer Wochen wurden zwei kleine schwarze Baby-Kater in eine Tasche gestopft und in der Straßenbahn ausgesetzt. Die beiden namenlosen Katzenkinder waren völlig verstört und aneinander gedrängt abgeliefert worden. Genau wie Kater Schluri: Sein fieser Besitzer hatte ihn im kalten Schnee am Mainufer zwischen Offenbach und Frankfurt bei klirrender Kälte in einer Pappkiste ausgesetzt. Vor Hunger und Kälte miaute Schluri jämmerlich und blieb glücklicherweise nicht ungehört.

„Wie kann man nur so grausam sein und sein Tier wie Müll ablegen“, fragt sichSimone Faust.

Weihnachtszeit ist Hochsaison im Tierheim

Kater Schluri saß in einer Kiste am Mainufer zwischen Offenbach und Frankfurt. Der kleine Kater wäre fast erfroren.

Für viele Tiere enden die Weihnachtstage im Tierheim. Der zum Teil unverantwortliche Umgang mit Haustieren fällt zum Fest der Liebe besonders auf, wenn Menschen unbedacht Tiere verschenken,die dann ausgesetzt werden. So landeten auch während der diesjährigen Feiertage wieder zahlreiche Katzen und andere lebendige Weihnachtsgeschenke im Tierheim.

Deutschland zählt 2010 zu den Spitzenreitern der Tieraussetze-Länderr. „Der Winter ist die traurige Hochsaison“, sagte der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder. Die Tierheime wären bis an die Grenze der Belastbarkeit gefüllt.

Schluri, Rocky und Co. warten im Tierheim auf liebevolle Besitzer

Rocky wartet im Babenhäuser Tierheim  auf ein neues Zuhause.

Auch Beate Laudine, Leiterin des Tierheims in Babenhausen kennt solch kaltblütige Fälle. Erst Mitte Dezember fing sie einen Hund ein, der schon tagelang durch die verschneiten Straßen Babenhausens gestreunert war. Rocky, den Namen bekam der Schäferhund-Mix von den Tierheim-Mitarbeitern. Wie er wirklich heißt, bleibt ein Geheimnis. Genauso wie die Identität seines herzlosen Besitzers. Denn bevor dieser den armen Hund im kalten Schnee aussetzte, entfernte er die Hundemarke, um nicht als Tierquälerei angezeigt zu werden.

Im Tierheim werden Rocky&Co. nun liebevoll umsorgt mit Futter und Wärme. Alle Tiere hätten bei diesen eisigen Temperaturen kaum Überlebenschance gehabt.

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