Damit Fury weniger hustet

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Passt dem Shetland-Pony wie dem Shire Horse: Der Inhalator gegen Asthma.

Münster – Bronchitis, Pollenallergie und Asthma - wir sind nicht alleine! Denn nicht nur Mensch, sondern auch Tier quält sich damit. „Auch bei Pferden sind Atemwegserkrankungen nichts Neues“, sagt Armin Probst. Von Jens Dörr

Hier setzt der Unternehmer aus dem Münsterer Ortsteil Altheim an: Er vertreibt seit einem Jahr einen Inhalator mit dem Namen Flexineb – in Deutschland, Österreich und der Schweiz exklusiv.

Probst hat offenbar eine Marktlücke entdeckt: „Bereits nach drei Monaten ging das ab wie eine Rakete.“ Als Unternehmer müsse er immer sehen, wo sich Chancen böten, sagt Probst, der mit Pferden schon lange vertraut ist. Unter anderem coacht er im Rödermarker Ortsteil Messenhausen Manager, um ihnen im Umgang mit den Vierbeinern eventuelle Defizite in ihrer Führungsstärke vor Augen zu führen.

Unternehmer Armin Probst

Neben dem Wissen, dass die Lunge bei Pferden ein recht anfälliges Organ ist, war Probst auch bewusst: Die bisherige stationäre Behandlung der Tiere bietet keineoptimale Lösung, schon allein wegen des Bewegungsdrangs der Tiere. Bislang inhalierten die Vierbeiner an festen Stationen mit Schläuchen, deren Aufbau nicht immer einfach ist.

Pferde können sich mit dem Flexineb bewegen

Anders der Inhalator, den es im deutschsprachigen Raum bislang nicht gab – mit dem Probst aber schon jetzt Verkaufserfolge feiert: Klein, handlich und schlauchlos ist er – und gerade mal ein Kilogramm schwer. Jeder Pferdehalter kann das Gerät seinem Tier auf die Nase setzen – die flexible Maske passt dem Shetland-Pony wie dem riesigen Shire Horse. Der elektrische Vernebler und die Lithium-Ionen-Batterie sind zudem die einzigen Verschleißteile des Geräts.

Der Inhalator komme sowohl bei der Akutbehandlung als auch der prophylaktischen zum Einsatz, erläutert Probst. Der Altheimer weist darauf hin, dass der irische Patentinhaber Nortev - dem es vor einem Jahr noch an einem Mitarbeiter im Vertrieb in Deutschland fehlte - sowohl Techniker als auch Tierärzte bei der Entwicklung eingesetzt habe.

"Größere Heilungschancen"

Während die bisherigen Geräte in der Regel auf einer Ultraschalltechnik basiert hätten, geschehe die Zerstäubung bei „seinem“ Inhalator via Diffusion durch ein Metallplättchen. Die Ausbeute der vernebelten Teilchen – etwa aus einer Kochsalzlösung, aber auch vieler anderer Entschleimer und Medikamente - sei deutlich höher als bei den bisherigen Inhalatoren. Das bedeute größere Heilungschancen für das Pferd.

Seit dem ersten Anlauf vor rund einem Jahr hat Armin Probst, der in Nadja Kozakiewicz und Anke Kalkowski bereits zwei Mitarbeiterinnen beschäftigt, schon 300 Geräte verkauft. Viele wollten die Katze nicht im Sack erwerben, würden sich zunächst ein Gerät mieten. Fast alle schlugen laut Probst nach der Testphase zu. 800 Euro kostet ein Inhalator – weniger als das, was bislang den Markt beherrscht habe.

Auch in Altheims Nachbarstadt Dieburg trägt Probsts Unternehmertum bereits zur Arbeitsbeschaffung bei: Werkstattmitarbeiter des Vereins „Behindertenhilfe für Dieburg und Umgebung“, auf dessen Gelände im Industriegebiet Probst die Inhalatoren lagert, kümmern sich ums Verpacken.

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