Dackelfalle mitten auf der Straße

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Marianne Schelhasse ist sauer und greift selbst zur Gartenschere. Ihre Hündin hat sich zum wiederholten Male an spitzen Grannen verletzt, die von den wildwachsenden Sträuchern auf den Bürgersteig gefallen sind.

Neu-Isenburg – Balka hat Schmerzen. In die Vorderpfote der Rauhaardackel-Hündin haben sich kleine aber spitze Ähren hineingebohrt, die von einem wildwachsenden Busch auf den Bürgersteig gefallen sind.  Von Dirk Beutel

Zum zweiten Mal muss die dreizehnjährige Balka einen Zink-Verband wegen wild umherfliegenden Ähren tragen.

Familie Schelhasse ist sauer. Zum zweiten Mal hat sich ihre Rauhaardackelhündin Balka an der Vorderpfote verletzt. Der Grund: Auf Balkas Strecke zum Gassigehen wachsen jetzt zum Sommeranfang auf Neu-Isenburgs Grünflächen zahlreiche Ähren mit Grannen. Die meisten von ihnen fallen direkt auf den Bürgersteig oder werden vom Wind über die Straße verteilt. Schlecht für Rauhaardackel Balka, die sich einige der spitzen Borsten jetzt wieder eingefangen hat und vom Tierarzt behandelt werden muss.

So sehen Ähren mit Grannen aus, an denen sich der Dackel verletzt hat.

Schon vergangenes Jahr ist das gleiche passiert: „Die Behandlung hat um die 300 Euro gekostet“, sagt Marianne Schelhasse und schüttelt mit dem Kopf. Damals wurde die Neu-Isenburgerin gleich aktiv und rief das Grünflächenamt an. „Sie hätten nicht genug Mitarbeiter“, hieß es auf die Frage, warum solche Ähren wild über die Bürgersteige wuchern, obwohl größere Grünflächen gemäht wurden.

Und auch diesmal findet man nur einen Steinwurf von der Hermannstraße, Ecke Dornhofstraße entfernt eine größere Rasenfläche perfekt gemäht. Doch die angrenzenden Büsche und Sträucher, die sich auf Balkas Gassi-Strecke befinden scheinen niemanden zu interessieren.

Deshalb hat Marianne Schelhasse kurzerhand selbst zur Gartenschere gegriffen und die für ihren Hund lästigen Ähren abgeschnitten und eingesammelt. „Diesmal habe ich das Grünflächenamt nicht angerufen, weil ich wieder die gleiche enttäuschende Antwort erwarte, wie im vergangenen Jahr.

Doch das Problem ist mit einmal Zurechtstutzen nicht erledigt weiß Schelhasse: „Die Sträucher fangen doch jetzt erst an zu wachsen. Das hält mindestens bis in den August an.“ Also wer kümmert sich um die stachelige Dachelfalle?

Auf EXTRA-TIPP-Nachfrage bestätigt die Stadt Neu-Isenburg, dass es sich bei den Büschen an der Hermannstraße, Ecke Dornhofstraße tatsächlich um eine städtische Grünfläche handelt, „die von unserem Dienstleistungsbetrieb auch turnusmäßig gepflegt wird. Die Rasenfläche naturgemäß häufiger als die Buschbepflanzung“, heißt es aus dem Rathaus. Dort kündigt man an, den Wildwuchs zu beseitigen.

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