Bambis auf Raubzug: Gärten kahl gefressen

Als Klaus Henkel und seine Frau Monika mitten in der Nacht ein Geräusch hören, ahnen sie noch nicht, was zu diesem Zeitpunkt auf ihrem Grundstück los ist. Am nächsten Morgen stockt ihnen der Atem. Eine größere Gruppe von Rehen und Hirschen sind über den 600 Quadratmeter großen Garten hergefallen.

"Da war keine einzige Blüte mehr da. Alles war von den Hufen zertrampelt", sagt Monika Henkel aufgebracht. Sogar die frisch ausgetriebenen Blumenzwiebeln haben die hungrigen Tiere herausgerissen und verspeist. Auch zwei wertvolle Spindelsträucher mussten dran glauben. Kein einziges Blatt haben sie übrig gelassen. Besonders eklig: Der gesamte Garten war mit Unmengen von Kot-Brocken übersäht. Fast eine ganze Schubkarre davon, hat Klaus Henkel aufsammeln müssen.br /br /Drei Straßen weiter leidet auch Edgar Schwickert unter der nächtlichen Randale. Nicht nur seine Rosen sind dem gefräßigen Wild zum Opfer gefallen. Auch das Efeu an seiner Hauswand haben die nimmersatten Rehe abgefressen. "Sie haben sich sogar mit den Hufen gegen die Hauswand gestemmt. Das sieht man ganz deutlich", sagt er: "Aber jetzt habe ich die Faxen dicke." Ein Elektrozaun soll die Tiere abwehren. Doch dabei will er es nicht bewenden lassen. Er hat sich aus dem Jagd-Fachhandel ein stinkendes Mittel geholt, um die Rehe abzuschrecken. "Das nehme ich in Kauf. Dann haben wir vielleicht Ruhe."br /br /Für Klaus Henkel ist der Selbstschutz keine Alternative: "So weit kommt es noch. Die Behörden sind zuständig." Doch die lassen die Zeppelinheimer Bevölkerung mit ihrer Angst und dem Ärger allein.Zunächst hatte sich Henkel an die Polizei gewandt, die ihn aber an das zuständige Forstamt verwies. "Seitdem werde ich von einem Amt ans nächste verwiesen." Auch die Verwaltung des Kreises Offenbach hat ihn durchgereicht. "Keiner will für unsere Probleme zuständig sein."br /br /Der Vorschlag eines Forstamts-Mitarbeiters, den Gartenzaun auf 1,80 Meter zu erhöhen, hält Henkel allerdings für schwachsinnig: "Dann leben wir hier ja wie im Gefängnis."Jetzt hat sich die Zeppelinheimer CDU dem Problem angenommen und das Thema ins Isenburger Parlament gebracht. Walter Winter vom Ortsbeirat nimmt die Sache ernst. Noch hätten die Tiere niemanden verletzt. "Aber wenn die Hirsche erst mal in die Brunft kommen, gehen sie auf alles los, was sich ihnen in den Weg stellt", warnt er.Klaus Henkel fordert deshalb: "Sperrt die Rehe mit einem hohen Zaun im Wald ein." Seine Frau Monika ist rigoroser: "Man könnte sie auch abschießen. Vielleicht haben die beim Forstamt ja die Abschussquote nicht erfüllt."br /br /br /br /

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