Pauline Bader aus Wehrheim

Assitenzhund Eve hilft sogar beim Sockenausziehen

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Eve hilft beim Sockenausziehen

Region Rhein-Main – Im Winter liebt es Eve im Schnee herumzutollen, im Sommer liegt die Golden-Retriever-Hündin gerne in der Sonne. Besonders viel Spaß macht ihr aber ihr Job. Zum Beispiel die Socken ihres Frauchens Pauline auszuziehen. Dann knurrt sie vor Freude.   Von Norman Körtge

Eve ist ein Assistenzhund.
Es ist der rutschige Teppich, der Eve am meisten zu schaffen macht – nicht der Socken am Fuß von Pauline. Denn an diesem hat Eve erst ganz vorsichtig mit ihrem großen Maul gezupft, bis sie ganz sicher ist, dass sie nur den dünnen Stoff und nicht Paulines Zeh im Maul hat. Dann fängt sie an zu ziehen. Doch der Teppich unter ihr rutscht weg und Eve muss sich besonders anstrengen, bis endlich der Socken von Frauchens Fuß gezogen ist und die Hündin eine extra Streicheleinheit bekommt.

Erleichterung im Alltag

Was wie eine Zirkusnummer anmutet, ist für Pauline eine Erleichterung im Alltag. Die 17-Jährige aus Wehrheim im Taunus, die mit der angeborenen Stoffwechselstörung Morbus Fabry und unterentwickelten Händen und Füßen lebt, sitzt im Rollstuhl. Und an ihrer Seite ist seit elf Jahren Eve. Nicht einfach nur ein treuer Begleiter, sondern ein ausgebildeter Assistenzhund.

„Sie hebt mir Sachen auf, die auf dem Boden liegen oder zieht mir Schuhe und Socken aus“, erzählt Pauline, die in diesem Jahr ihren Realschulabschluss an der Montessori-Schule in Hofheim macht und danach das Abitur angehen möchte. Wenn sie von der Schule nach Hause kommt, ist es Eve, die sie freudig erwartet und willkommen heißt. Der Hund ist aber seit mehr als einem Jahrzehnt nicht nur eine wichtige Stütze zur Selbstständigkeit. Es sind auch viele Gefühle im Spiel. Zu Paulines Lieblingsbeschäftigungen zählt ganz klar: Kuscheln mit Eve.

Seit über zehn Jahren ein Team

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Was mehr als ein Jahrzehnt später Normalität ist, war am Anfang ein kleines Experiment. Denn in England, wo Assistenzhunde viel verbreiteter sind als in Deutschland, wurde es Hunden und Kindern nicht zugetraut, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Doch Tatjana Kreidler, Diplom-Sozialpädagogin und in England ausgebildete Assistenzhundetrainerin, die im Jahr 2000 in Frankfurt „Vita – Verein für Assistenzhunde“ gründete, war anderer Meinung. Sie führte Pauline und Eve zusammen und es klappte. Das damals noch kleine Mädchen brachte ihrem Hund nach und nach selbst viel bei.

Bilder von Assistenzhündin Eve

Assistenzhund Eve hilft behinderten Kindern im Alltag

Fünf bis sechs Hunde vermittelt Vita seitdem jedes Jahr. Die Nachfrage ist groß. Nach Auskunft von Simone Beckert von der Vita-Beratungsstelle warten etwa 90 Menschen auf einen der Hunde, der nach zirka zweieinhalb Jahren Ausbildung 25.000 Euro kostet. Da Krankenkassen die Kosten nicht übernehmen, finanziert sich der Verein alleine über Spenden, Fördermitglieder sowie Sponsoren – und je nachdem, was die Bewerber für einen Hund selbst finanzieren können.

Mehr Infos zum Vita-Verein im Internet: www.vita-assistenzhunde.de.

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