Sie greifen Menschen an

Aggressive Nilgänse belagern Palmengarten und Offenbacher Mainufer

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Afrikanische Nilgänse, die ihren Nachwuchs beschützen sind auf Krawall gebürstet – auch Menschen gegenüber.

Region Rhein-Main – Afrikanische Nilgänse blasen zum Angriff. Zumindest dann, wenn jemand ihrem Nachwuchs zu nahe kommt, greifen die Vögel an. Wer sich ihnen nähert, dem rät das Veterinäramt zur Vorsicht. Sonst kann man nichts gegen die Tiere machen. Von Dirk Beutel

Sie verursachen viel Dreck, machen sich in unseren Parks richtig schön breit und jetzt greifen sie sogar schon Menschen an: Afrikanische Nilgänse scheinen sich allmählich zur echten Plage zu entwickeln.

Ganz gleich ob Jogger, Radfahrer oder Spaziergänger – wer dem Nachwuchs der Vögel zu nahe kommt, muss damit rechnen, dass sich die Tiere aggressiv Verhalten und sogar auf Menschen losgehen. So wie zuletzt in Oberursel. Wie die Stadt mitteilt, haben die Vögel dort schon häufiger im Rushmoorpark und am gegenüberliegenden Maasgrundweiher ihre Jungen verteidigt. Allerdings steht man dem Problem machtlos gegenüber: „Da nach Auskunft des Veterinäramtes aus Tierschutzgründen nichts gegen die Nilgänse unternommen werden darf, wird um erhöhte Aufmerksamkeit bei Begegnungen mit den Tieren gebeten“, heißt es aus dem Oberurseler Rathaus.

Dazu kommt, dass die Tiere, die sich schnell verbreiten, weil sie keine natürlichen Feinde haben, auch haufenweise andere Probleme hinterlassen: Parks und Wiesen werden komplett mit Gänsekot verdreckt.

Viele Beschwerden

Ähnliche Bilder sind im Frankfurter Palmengarten, im Ostpark und in anderen Städten wie am Offenbacher Mainufer zu beobachten, wo es ebenfalls immer wieder mal Ärger wegen der Vögel gibt, die ursprünglich aus Nordafrika stammen. „Wir haben viele Beschwerden wegen der Nilgänse“, sagt eine Sprecherin des Frankfurter Grünflächenamts.

Doch so ekelig der Gänsekot auch sein mag, gefährlich oder gar ein Hort für Krankheitserreger ist er nicht, gibt Urs-Victor Peter, vom Naturschutzbund Nabu Entwarnung: „In den Parkanlagen finden die Nilgänse, die sehr viel Gras fressen, ideale Bedingungen und sind ungestört. Solange das Futterangebot groß genug ist, verdrängen sie auch keine anderen Wasservögel.“

Allerdings kann es bei einer größeren Ansammlung der Vögel zu Krankheiten und Epidemien unter den Vögeln kommen, wodurch sich die Anzahl der Tiere stark verringern kann. Peter: „Die Natur reguliert das von selbst. Wir beobachten schon seit zwei Jahren einen Rückgang des Nilgansbestandes.“

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