Tipps für erkältete Tiere

Wenn Bello ein Taschentuch braucht

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Dieser Hund fühlt sich nicht wohl. Er liegt schwach und eingekuschelt auf der Couch.

Region Rhein-Main - Kalt, nass und windig – der Winter ist nun da. Nicht nur Menschen holen sich da eine Erkältung, sondern auch Tiere. Wie man den Fellnasen helfen kann, verrät Tierärztin Julia Frangipani. Von Silke Gottaut

Tierärztin Julia Frangipani mit ihrem Praxistiger.

Normalerweise sitzt Bello wartend und schwanzwedelnd vor der Tür, wenn er sieht, dass das Herrchen mit ihm Gassi gehen möchte. Doch er bleibt lieber gemütlich auf der Couch liegen und bewegt sich nicht. Was ist nur los mit ihm? Möchte er lieber in der kuschelig warmen Wohnung bleiben, weil es draußen kalt ist und regnet? Wohl kaum. Hunde wollen immer raus, im Gegensatz zum Herrchen. Die Temperaturunterschiede zwischen der Wohnung und draußen nehmen zu und so auch die Anfälligkeit der Tiere für Krankheiten. Wie man Anzeichen einer Erkältung bei Hunden, Katzen und Kaninchen erkennt und wie man helfen kann, erklärt Tierärztin Julia Frangipani aus Hainburg.

Symptome bei Hunden:

„Bei Hunden fängt eine Erkältung oft mit Husten an“, sagt Frangipani: „Man nennt ihn auch Zwingerhusten. Vergleichbar mit einer Kindergartengrippe, bei der sich die Kinder alle gegenseitig anstecken. So ist das auch bei Hunden, die sich beim Spaziergang begegnen und beschnüffeln.“ Wenn Hunde Halsschmerzen haben, dann ist das, wie beim Menschen, ein unangenehmes Gefühl. Die Vierbeiner würgen jedoch – ein eindeutiges Anzeichen für Halsschmerzen. „Viele Besitzer kommen dann in meine Praxis und denken, dass ihr Hund etwas im Hals stecken hat.“ Neben den Halsschmerzen läuft bei Hunden auch die Nase. „Dies darf kein eitriger, gelber oder grüner Ausfluss sein. Ist dies der Fall, sofort zum Tierarzt gehen.“ Der Vierbeiner fühlt sich schwach und schlapp. Auf Spaziergänge oder Toben hat er keine Lust. Faul auf der Couch liegen ist das, was er jetzt möchte. Auch der Fressnapf ist nicht mehr so interessant. Die normale Körpertemperatur des Hundes liegt zirka zwischen 38 und 39 Grad. Liegt sie drüber, hat der Hund Fieber. Spielverbot herrscht in der Zeit des Krankseins – vor allem mit anderen Hunden, damit er diese nicht ansteckt. Ausruhen ist angesagt und nicht zu lange Spaziergänge.

Tipps für Hunde:

„Ein Halstuch mit Wick Vaporub oder China-Öl tränken und dem Hund um den Hals binden. Auf keinen Fall dem Hund direkt aufs Fell schmieren“, sagt Frangipani. „Alternativ kann man ihm auch Echinacin-Tabletten für Kinder in sein Futter mischen.“ Zudem ist Wärme gut, indem man den Hund mit einer Decke zudeckt. Denn Wärme sorgt nicht nur für ein größeres Wohlbefinden, sondern auch dafür, dass der Körper weniger Energie aufwenden muss, um sich aufzuheizen. Feuchte Luft ist für seinen Husten gut, denn so kann er den Schleim abhusten. Am besten man hängt feuchte Handtücher im Raum auf.

Symptome bei Katzen:

Bei Katzen sind die Anzeichen ähnlich wie beim Hund. Die Katze fühlt sich schlapp, müde und lustlos. Bei Halsschmerzen schlucken sie oft und würgen auch ein wenig. Die Nase fliest richtig und die Augen tränen. „Wenn Katzen jedoch Husten haben, dann sofort zum Tierarzt, denn dies könnte etwas Ernsteres sein.“ Die normale Temperatur einer Katze liegt zwischen 38 und 39 Grad. Spüren kann man sie an den Ohrmuscheln oder den Pfoten, natürlich auch mit dem Fieberthermometer.

Tipps für Katzen:

Ein wenig lauwarmen Pfefferminz- oder Kamillentee in den Trinknapf geben und ein wenig Honig untermischen. Der süße Geschmack animiert die Katze zum Trinken und der Honig lindert Halsbeschwerden. Um den Appetit anzuregen, kann man zum Nassfutter ein wenig Magerquark geben und dazu ein wenig Fenchelhonig. Der Quark kühlt den Rachenraum und der Fenchel sorgt dafür, dass sich Schleim besser lösen kann, falls die Katze auch Husten hat oder niesen muss. Wie auch beim Hund hilft feuchte Luft.

Symptome bei Kaninchen:

 Die kleinen Hoppler haben eher dezente Symptome. Sie haben eine nasse Nase mit weißlichen Ausfluss und verklebte Pfoten, „denn mit ihnen wischen sie sich die Nase quasi ab. Kaninchen machen hörbare Atemgeräusche, an denen man erkennt, dass etwas nicht stimmt.“ Weitere Anzeichen sind: Sie fressen schlechter und sie köddeln weniger. „Viele Tierhalter denken, dass eine Erkältung bei Kaninchen durch einen Zug kommt. Das ist aber falsch. Sie kommt ebenfalls durch Bakterien. Da Kaninchen nicht sehr groß sind, ist es gefährlich, wenn sie abnehmen. Von daher wiegen und beobachten, ob sie an Gewicht verlieren.“

Tipps für Kaninchen:

 Für kranke Kaninchen ist Wärme sehr gut. Deswegen kann man vor dem Stall eine Rotlichtlampe stellen, die nicht wärmer als handwarm sein sollte. Dabei muss man beachten, dass nur eine Ecke des Stalles angestrahlt wird, damit der Nager auch die Chance hat, der Wärme zu entfliehen. Damit sie schneller wieder fit werden, sollte vor allem frisches Grünfutter gefüttert werden. Frische Kräuter unterstützen die Genesung. Kamille und Pfefferminze können auch als stark verdünnter, lauwarmer oder kalter Tee in den Hasenkäfig gegeben werden.

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