Studie: Dicke Kinder sind viel glücklicher

Von Christian ReinartzRegion Rheinmain - Kohlrabi, Möhren, Vollkornbrot - schlanke Kinder, deren Eltern auf bewusste Ernährung achten, haben weniger zu lachen, als ihre dicken Altersgenossen. Sie leben zwar gesünder, sind aber unglücklicher.

Das haben jetzt Wissenschaftler in einer groß angelegten Studie herausgefunden.

Der Frankfurter Psychiater Arthur Wolf bestätigt: "Kinder, die oft mit Schokolade oder Pommes belohnt werden, haben in der Tat häufiger ein Glücksgefühl, als andere." Sie deshalb ständig mit Süßigkeiten vollzustopfen, sei aber die falsche Methode. Zu groß seien die gesundheitlichen und auch seelischen Gefahren.

Peter Tippe, Schulamtsdirektor im Landkreis Darmstadt-Dieburg, kennt diese Gefahren genau. "Es ist grausam, wenn ein Kind im Sportunterricht als letztes gewählt wird, nur weil es dicker ist." Die ständige Ausgrenzung der übergewichtigen Schüler sei durch keine Schokolade der Welt aufzuwiegen. Die Kleinen dagegen nur mit gesunden Vollwert-Produkten und Rohkost zu füttern, mache aber garantiert unglücklich. Tippe ist überzeugt, dass der richtige Weg in der Mitte liegt. "Ein Besuch bei Mc-Donaldâ??s oder ein paar Süßigkeiten sollten schon drin sein."

Die zehnjährige Schülerin Melanie Pohl aus Dietzenbach bestätigt Tippes Beobachtung. "Es ist schlimm für die dicken Kinder, wenn sie gehänselt werden", berichtet sie aus dem Schulalltag: "Manche weinen sogar." Schoko oder Fast-Food als Glücklichmacher findet sie unsinnig: "Es bringt ja nichts, glücklich zu sein, wenn man dann gleich wieder traurig ist." Sie setzt dagegen auf Sport: "Das macht auch glücklich und ist gesund." Süßigkeiten findet die blonde Hobby-Fußballerin aber auch lecker: "Ohne Naschen fehlt einem natürlich etwas. Es sollte aber nicht zuviel werden."

Auch Ludger Bär, Leiter der katholischen Kindertagesstätte St. Martin in Dietzenbach, setzt immer mal wieder auf ungesunden Wackelpudding oder Zucker-Waffeln mit Weißmehl. "So werden die Kinder am glücklichsten", ist er sich sicher. Doch gelte es, immer ein waches Auge zu haben. "Sind die Kleinen erstmal extrem dick, ist das furchtbar für deren Psyche", sagt Bär.

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