CO2 sparen fürs Klima: Das kann jeder Einzelne tun

Abgase lassen sich reduzieren, wenn man öfter das Fahrrad oder den ÖPNV nutzt. Fotos: kb; U. Dettmar/Goethe Univ. Frankfurt/nh

Klimakonferenzen, Fahrverbote, Fridays-for-Future-Demonstrationen: Die Reduktion von CO2 ist derzeit in aller Munde. Doch was kann jeder Einzelne tun, um den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß zu senken? Der Frankfurter Klimaforscher Joachim Curtius gibt Tipps. Von Rebekka Farnbacher

Region Rhein-Main – Der hohe Kohlendioxid-Ausstoß gilt als Klimakiller Nummer eins. Doch jeder Einzelne kann seinen persönlichen CO2-Fußabdruck verringern. Joachim Curtius, Professor für experimentelle Erforschung der Atmosphäre an der Goethe-Universität, zeigt, was auch kleine Dinge im täglichen Leben bewirken.

1. Leitungswasser trinken

„Wer Leitungswasser statt Mineralwasser trinkt, erspart sich nicht nur Kosten und das Schleppen schwerer Flaschen, sondern es ist auch für die Energiebilanz viel günstiger“, sagt Curtius. Durch die Herstellung der Mineralwasserflaschen, Transport und Recycling fällt CO2 an, laut des Experten 500 bis 1000 mal mehr, als wenn man Leitungswasser trinken würde. „Ich würde mir wünschen, dass Leitungswasser auch in Restaurants kostenlos angeboten wird, wie etwa in den USA.“ Die Trinkwasserqualität sei streng geprüft und auch das Argument, dass dem Körper Mineralien vorenthalten würden, ist laut Curtius hinfällig. „Diese wenigen Prozent des täglichen Bedarfs nimmt man ganz einfach über Lebensmittel auf.“

2. Fliegen und Autofahren vermeiden

Flugreisen sind meist der größte Faktor der persönlichen CO2-Bilanz, sagt Curtius. „Durch einen Flug von Deutschland nach Sydney und zurück verbrauchen Sie etwa 11,5 Tonnen CO2. Das ist mehr als der Durchschnittsdeutsche in einem ganzen Jahr verbraucht – mit allem drum und dran.“ Man sollte sich daher überlegen, ob die Reise mit dem Flugzeug wirklich notwendig ist, oder ob man auch ein anderes Verkehrsmittel nutzen kann. Wer auf Geschäftsreise geht, sollte überlegen, ob auch eine Telefonkonferenz in Frage kommt. Gleiches gilt für die Auto-Nutzung. Laut Curtius sollte man auf den ÖPNV oder das Fahrrad umsteigen. E-Scooter zu nutzen sei zudem nur sinnvoll, wenn dafür auf eine Autofahrt verzichtet wird. Nicht aber, wenn man stattdessen zu Fuß gegangen wäre. „Die CO2-Bilanz von E-Scootern liegt bei zehn bis 40 Gramm pro Kilometer. Das ist immerhin ein Viertel vom Verbrauch eines Autos.“

3. Fleischkonsum reduzieren

Fleischkonsum bedeutet einen erheblichen CO2-Verbrauch. „Durch ein Kilogramm Rindfleisch werden 19 Kilogramm CO2-Äquivalent in die Atmosphäre gepustet“, sagt Curtius. „Neben den Methan-Emissionen der pupsenden Rinder, kommt noch die Nitratbelastung des Grundwassers durch Gülle auf den Feldern und die Rodung des Regenwaldes durch den Anbau von Tierfutter-Soja hinzu.“ Man müsse nicht direkt Vegetarier werden, sagt der Experte, aber die Reduktion des Fleischkonsums habe positive Auswirkungen auf das Klima und das Tierwohl.

4. Umsteigen auf Ökostrom

Der Klimaforscher empfiehlt, auf Ökostrom-Anbieter umzusteigen, die 100 Prozent des Stroms über regenerative Energiequellen einkaufen. „Wenn die Nachfrage nach regenerativer Energie steigt, wird auch mehr produziert.“ Zudem lässt sich Kohlendioxid durch richtiges Heizen einsparen. „Wenn Sie die Zimmertemperatur nur um ein Grad verringern, haben Sie sieben Prozent weniger CO2-Emissionen.“ Curtius rät zudem, die Heizung über ein Thermostat zu regeln, sodass nachts und wenn man nicht zu Hause ist, keine Energie sinnlos vergeudet wird.

5. Richtig Wasser kochen

„Wenn Sie Wasser kochen, machen Sie immer einen Deckel auf den Topf“, rät der Klimaforscher. „Das braucht nur etwa halb so viel Energie wie ohne Deckel und das Wasser kocht deutlich schneller.“ Zudem sollte man sich fragen, wie viel Wasser man wirklich benötigt und für eine einzelne Tasse nicht einen halben Liter erhitzen. Auch den generellen Warmwasser-Verbrauch sollte man so gut es geht reduzieren.

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