Schweinegrippe-Antigen wird diesmal mit gespritzt

+
Nur ein kleiner Pieks: Wer sich vor der Grippe schützen will, sollte sich jetzt die Impfung beim Arzt geben lassen. Der diesjährige Impfstoff beinhaltet auch das Antigen zum Schweinegrippe-Virus. Empfohlen wird die Impfung für Menschen über 60 Jahren, chronisch Kranke und Schwangere.

Region Rhein-Main – Die erste leichte Grippewelle ist Anfang September schon durch die Region gerollt. In den Arztpraxen gibt es wieder Schutzimpfungen. Neu dabei: Gegen die Schweinegrippe wird gleich mit geimpft. Von Norman Körtge

Derzeit grassiert das Schweinegrippe-Virus in Neuseeland, wo gerade der Winter endet. Mehr als 60 Prozent aller Grippe-Erkrankten haben sich dort mit dem H1N1-Virus identifiziert, meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin. Doch daraus lasse sich nicht schließen, dass es in Deutschland ähnlich wird. „In Australien ist der Anteil der H1N1-Viren bereits deutlich geringer“, macht RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher auf die regionale Unterschiede aufmerksam und ergänzt: „Eine Prognose für Deutschland ist deshalb einfach nicht möglich.“

Grippe-Impfung schützt auch gegen die Schweinegrippe

Die Anfang des Jahres häufig gestellte Frage, ob man sich gezielt gegen die Schweinegrippe impfen lässt, entfällt auf jeden Fall. Denn wie Dr. Corinna Volz-Zang vom Paul-Ehrlich-Institut in Langen mitteilt, enthält der jährlich neu zusammengestellte Grippe-Impfstoff das Antigen des H1N1-Influenzavirus. „Die Grippe-Impfung schützt somit auch gegen die Schweinegrippe“, sagt Volz-Zang.

Bislang keine Hysterie

Trotz der Schweinegrippe-Hysterie Anfang des Jahres haben die Allgemeinmediziner in der Region bislang keinen spürbaren Anstieg der Nachfrage registriert. 500 bis 600 Patienten hätten sich in der Neu-Isenburger Praxis von Dr. Norbert Wittmann bereits impfen lassen. Eine normale Größe. „Wir haben ein Recall-System und erinnern unsere Patienten jedes Jahr an die Impfung“, berichtet Wittmann, der sich selbst als ausgesprochener Impf-Freund bezeichnet. Bei Dr. Silvia Franz in Dietzenbach hält sich die Nachfrage in Grenzen, obwohl bereits die erste leichte Grippewelle durch die Region gerollt sei, wie sie berichtet. Sobald es mehr Fälle werden, steigt auch die Zahl der Impfwilligen, vermutet sie.

Kommentare