Ein schlüpfriger Aufstieg

In schillernden Bildern erzählt Regisseur Michael Winterbottom die Geschichte vom Aufstieg und Fall des Porno-Barons Paul Raymond (links). Foto: Alpenrepublik

In glitzernden Seventies-Bildern erzählt Starregisseur Michael Winterbottom die Geschichte des Sex-Unternehmers Paul Raymond.

Region Rhein-Main – Für die einen war es das Paradies, für die anderen Sodom und Gomorra. Die sexuelle Befreiung der 60er und 70er Jahre sprengte Fesseln der Prüderie, aber dass diese gesellschaftliche Entwicklung auch ein Geschäft war, „big business“ auf Kosten von Familien und Kinderseelen, das zeigt Michael Winterbottoms Film „The Look of Love“. Nach dem wahren Leben des Porno-Barons Paul Raymond (1925-2008) schuf der englische Starregisseur eine unterhaltsam-flockige, im Kern aber bittere Biographie, die zugleich das poppige Sittengemälde einer Ära ist.

Der sozial und politisch engagierte Winterbottom setzt in der Tragikomödie britische Ironie, tolles Styling und stimmungsvolle Musik ein, um seine Geschichte zu erzählen: Als Raymond starb, galt der Nachtclub-Besitzer, Männermagazin-Verleger und Immobilienbesitzer als reichster Mann des Vereinigten Königreichs, als „King of Soho“.

„Nicht schlecht für einen Jungen aus Liverpool, der nur fünf Schilling in der Tasche hatte“, pflegt seine Filmfigur alias Starkomiker Steve Coogan mit lässigem Spitzbuben-Charme zu sagen.

Bei Winterbottom agiert der „King“ an vielen Original-Schauplätze im damaligen Lotterstadtteil-Soho. Neben Anna Friel (Ehefrau Jean), Tamsin Egerton (Freundin Fiona Richmond) und Imogen Poots als Debbie sowie weiteren verführerischen Frauen sind einige von Paul Raymonds Original-Mitarbeitern in Kleinstrollen mit von der schillernden Partie.

„The Look of Love“ ist am vergangenen Freitag angelaufen und ist frei ab 16 Jahren. dpa

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