Eines der bleliebtesten der Hessen

Wanderweg: Der EXTRA TIPP testet den Nibelungensteig

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Redaktionsleiter Axel Grysczyk beim Klettern.

Region Rhein-Main – Vorbei am Rutschstein, durch ein Felsenmeer und unter einem Industrie-Denkmal hindurch – die 14,6 Kilometer auf dem Nibelungensteig bieten mehr als nur Bäume. Von Norman Körtge 

Das Auge hat sich auf der gut vierstündigen Wanderung auf der Nibelungensteig-Etappe im südlichen Odenwald – Platz 13 in „Die beliebtesten Wanderwege der Hessen“ (siehe Kasten) – sehr an das Grün der Bäume und das Moos an den Felsblöcken gewöhnt. Wahrscheinlich auch deshalb wirkt das nach einer sanften Rechtskurve am Waldrand auftauchende Himbächel-Viadukt zunächst wie eine Fata Morgana. Doch die 1881 erbaute und mit 43 Metern höchste Eisenbahnbrücke Hessens aus Buntsandstein ist ein ganz reales Bauwerk. Geschaffen von Menschenhand, ein Industriedenkmal. Und es holt den Wanderer zurück in die Zivilisation: Hetzbach, ein Ortsteil von Beerfelden.

Der Rutschstein am Nibelungensteig. Wie die beiden tiefen Rillen entstanden sind, ist ungeklärt. Vom Herunterrutschen stammen sie sicherlich nicht.

Hessen ist ein Wanderland – das verheißt das 256-Seiten starke Büchlein „Die beliebtesten Wanderwege der Hessen“ (Foto: nh) von Annette Sievers. Sie beschreibt darin 30 Touren, über die hr-Fernseh-Zuschauer abgestimmt haben. In die Top drei haben es eine Tour „Rund um die Wasserkuppe“, eine Rheinsteig-Etappe und der Urwaldsteig am Edersee geschafft. Sievers persönlicher Favorit landete auf Platz 21: Der Wispertalsteig im Rheingau-Taunus-Kreis. Sievers selber beobachtet seit Jahren, dass die Begeisterung fürs Wandern auf regionalen Wegen stetig zunimmt. Ausgelöst durch den Trekking- und Pilger-Boom. Erschienen ist der Wanderführer im Frankfurter Peter Meyer Verlag und kostet 18 Euro.Zuvor waren die beiden EXTRA TIPP-Redakteure nach dem Start in Schöllenbach-Hesseneck abgetaucht in die Stille des Odenwaldes.

Kein Autogeräusch, kein Fluglärm. Nichts. Balsam für die Großstadtohren. Da der Redaktions-Wandertag unter der Woche liegt, begegnen einem auf den 14,6 Kilometern, gespickt mit 420 Höhenmetern, noch nicht einmal ein Mensch.

Wald pur. Bäume, Bäume und nochmals Bäume. Immer dem roten „N“ auf weißem Grund nach, das in regelmäßigen Abständen den richtigen Weg weist. Auf Dauer kann das auch recht eintönig werden.

Da wirkt das hölzerne Hinweisschild mit weißer Schrift auf den sogenannten Rutschstein schon fast wie blinkende Neonreklame für eine Touristen-Attraktion. Wirklich rutschen kann man auf dem Felsen mit den beiden tiefen Rillen nicht. Vielleicht fehlt an diesem Tag die Feuchtigkeit. Wie die Rillen entstanden sind, weiß niemand. Ein Geheimnis des Nibelungesteigs. Passend zur mystischen Sage.

Für Abwechslung sorgen auch die imposenten Blöcke im Ebersberger Felsenmeer. Das ist nicht so spektakulär und groß wie das bei Lautertal. Aber ein wenig kraxeln kann man auch hier.

Tipp der Redaktion: Wer in Hetzbach  startet und nach Hesseneck wandert, kann dort zum Abschluss ein Bad im Eutersee nehmen – der einzige Badesee im südlichen Odenwald.

Taunus – Der Taunus-Schinderhannessteig ist ein erst im März diesen Jahres eröffneter Premium-Wanderweg im Naturpark Taunus. Der insgesamt 38 Kilometer ange Steig startet in Kelkheim und führt durch Wälder und Wiesen über den Taunuskamm vorbei an geschichtlichen Höhepunkten wie dem Limes und der Burg Eppstein bis nach Schmitten. Ein Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes ist der Atzelbergturm – ein 30 Meter hoher Aussichtsturm auf dem gleichnamigen Berg. „Es gibt viele schöne Fernblicke“, wirbt Kjell Schmidt von der Parkverwaltung für den Wanderweg, der einen Querschnitt der Taunusregion abbildet. Infos unter www.naturpark-hochtaunus.de.

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