Wellness auf dem Prüfstand

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Entspannung für Körper und Seele: Wellness-Urlaub liegt im Trend, doch der Erfolg hängt von der Wahl des richtigen Hotels ab.

Pflegen, verwöhnen, relaxen, den anstrengenden Alltag vergessen – die Sehnsucht nach entspannten Tagen in einem Wellness-Hotel liegt im Trend. Doch was zeichnet ein gutes Wellness-Hotel aus? 

5,6 Millionen Deutsche haben schon mal einen Wellness-Urlaub gemacht, allein oder zu zweit. 11,5 Millionen ziehen ihn in Betracht, Tendenz steigend. Das ergab eine aktuelle Studie des Deutschen Wellness Verbands (DWV) in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

Aber was zeichnet ein gutes Wellness-Hotel aus? Und welche Ansprüche hat man, wenn im Prospekt zu viel versprochen wurde? Hier Antworten auf die Fragen, die im Vorfeld eines Entspannungs-Urlaubs geklärt sein sollten.

Wann darf man sich Wellness-Hotel nennen?

Der 11 Punkte Massage-Check

Wellness ist kein geschützter Begriff: Jedes Hotel kann sich Wellness-Hotel nennen, selbst wenn es nur über eine Sauna im Nachbargebäude verfügt. „Das macht die rechtliche Handhabung für unzufriedene Wellness-Urlauber schwierig“, sagt Rechtsexpertin Anne Kronzucker. Deshalb: Vorher genau prüfen, wie umfangreich die Wellness-Einrichtungen des Hotels wirklich sind.

 „Für enttäuschte Urlauber gibt es aber durchaus die Möglichkeit, Reisemängel geltend zu machen,“ sagt die Rechtsexpertin.

Wann buche ich die Anwendungen?

Häufig locken Hotels im Prospekt oder auf der Homepage mit dem Vermerk „Wellness­angebote täglich buchbar“. Mit dieser Option soll Urlaubern die Gelegenheit gegeben werden, sich erst bei der Ankunft für individuelle Anwendungen zu entscheiden und diese kurzfristig zu buchen.

Wirbt das Hotel mit dieser terminlichen Flexibilität, muss es sie auch anbieten können. Stehen wegen Platz- oder Personalmangels innerhalb eines mehr­tägigen Aufenthalts nicht mehr als zwei Behandlungen zur Verfügung, dann kann der enttäuschte Urlauber den Preis mindern oder abreisen, urteilte das Amtsgericht Potsdam (Az. 22 C 58/07). Denn mangelnde Wellnessangebote in einem Beauty- und Wellnesshotel stellen einen erheblichen Reisemangel dar.

Welche Ausbildung hat ein Wellnessmasseur?

Keinen Reisemangel kann man geltend machen, wenn es um die Qualifikation der Mitarbeiter geht, deshalb lohnt ein genauer Blick auf die ausgewiesenen Berufsbezeich­nungen. Es ist davon auszugehen, dass in einem etablierten Wellness-Hotel erfahrene Mitarbeiter beschäftigt werden, die das Wohlbefinden und die Entspannung ihrer Gäste fördern.

Häufig verwendet werden Titel wie „Wellness-Masseure“ oder „Massage-Therapeu­ten“. Wichtig zu wissen: Weder Wellness-Masseur noch Wellness-Therapeut sind geschützte Berufsbezeichnungen. Jeder Mitarbeiter, der ein entsprechendes, oft nur wenige Tage kurzes Seminar besucht hat, ist ermächtigt, diesen Titel zu führen, entschied in einem einstweiligen Verfügungsverfahren das Landgericht Kiel (Az. 15 O 100/08).

Möglicherweise steigern diese Mitarbeiter bei einer Massage das Wohlbefinden. Wer jedoch unter Rücken­problemen leidet und auf eine korrekte Heilmassage angewiesen ist, sollte sich vorab erkundigen, ob die Behandlung von einem Masseur und medizinischen Bademeister bzw. einem Physiotherapeuten durchgeführt wird. Diese Mitarbeiter haben die staatlich anerkannte, mehrjährige Ausbildung absolviert.

Wie finde ich ein gutes Welless-Hotel?

Auf diese Merkmale sollte man besonders viel Wert legen: Das Hotel muss eine spezielle Diätküche haben und eine große, an sieben Tagen die Woche geöffnete Wellnesslandschaft. Im Programm enthalten sein sollten Bewegungs-, Entspannungs- und Ernährungstipps, auch für zu Hause.

Und: Die Kosten für die Anwendungen sollten sich im üblichen Rahmen bewegen. Faustregel: Eine Minute individuelle Anwendung für maximal einen Euro. Der Deutsche Wellness-Verband hat seine Kriterien in einem 750-Punkte-Katalog festgelegt. Eine gute Orientierung für Wellness-Urlauber ist das Prüfsiegel des Verbandes, das nur qualifizierte Häuser erhalten.

Quelle: DAS-Rechtsschutz

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