Erste Bilder vom Sommer

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Erste Bilder vom Sommer - das sind die Reisetrends 2011

Am Mittwoch startet in München die Reisemesse Free. Ein Blick hinter die Kulissen des großen Fernweh-Theaters. Wohin geht die Reise in diesem Sommer? Eine Marktanalyse:

Wachsende Reiselust

Die Zeit des großen Katzenjammers nach der Wirtschaftskrise ist vorbei. Glaubt man den jüngsten Umfragen, wollen die Deutschen 2011 ihrem Ruf als Reiseweltmeister wieder alle Ehre machen. Immerhin 70 Prozent planen eine längere Reise (Quelle: ADAC).48 Prozent wollen das Urlaubsbudget aber auf maximal 1500 Euro beschränken. Aus der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen will jeder Vierte für den Urlaub mehr als 2500 Euro ausgeben (Quelle: TUI).

Frühbucher-Ansturm

Am Mittwoch (23.bis 28. Februar) startet die Freizeit- und Reisemesse Free in München.

Klare Sache: Je größer der Ansturm auf den Reisemarkt, umso geringer die Chancen, kurzfristig an seinem Wunschziel, geschweige denn in seinem Wunschhotel zu landen. Hinzu kommt der zunehmende Engpass in den Urlaubsländern, weil Ägypten und Tunesien wegen der politischen Unruhen ausgefallen sind und Reisende auf Alternativen wie Türkei, Kanaren oder Kapverden ausweichen. Folge: Wer auf Nummer sicher gehen will, bucht rechtzeitig. Das Online- Reisebüro Holidaycheck registrierte im Januar 74 Prozent mehr Buchungen als im Vergleichsmonat 2010.

Krisenbewältigung

Die deutschen Touristen werden angesichts politischer Krisen wie in Ägypten ängstlicher. In einer Umfrage gab fast ein Viertel (24 Prozent) der Teilnehmer an, aufgrund von Reisewarnungen ihr Urlaubsziel zu ändern. Weitere 13 Prozent würden die Reise vorläufig oder ganz stornieren. Jeder Dritte gab an, generell nur in risikoarme Gebiete zu verreisen. Lediglich 13 Prozent zeigten sich von solchen Warnungen laut einer Tourismusanalyse der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen unbeeindruckt.

Familien im Focus

Warum verreisen wir? Um Länder zu entdecken, Menschen kennenzulernen, um uns zu erholen oder einfach nur für den Tapetenwechsel. Eine jüngste Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung GfK ergab: Für die Mehrheit der Deutschen steht der Urlaub heuer ganz im Zeichen der Familie. Die Veranstalter haben darauf reagiert, mit neuen Konzepten, Kinderrabatten, Vorteilspaketen und Programmen, die verstärkt auf die Zielgruppe Eltern & Kinder ausgerichtet sind.

Trendziel Deutschland

Bayern statt Bali, Sylt statt Südsee: Deutschland war und bleibt mit Abstand die beliebteste Urlaubsdestination der Bundesbürger. Laut einer ADAC-Umfrage planen 28 Prozent auch in diesem Sommer eine Reise im eigenen Land. Zu den übernachtungsstärksten Ferienorten der Republik zählt Westerland auf Sylt (2,3 Millionen), als sonnenreichste deutsche Destination gilt die Insel Usedom (1906 Sonnenstunden pro Jahr).

Thema Ferienhaus

My home is my castle – in den eigenen vier Wänden bin ich der König. Besonders Familien wissen die Vorteile vom Urlaub in einem Ferienhaus zunehmend zu schätzen, die da sind: Mehr Individualität, überschaubare Nebenkosten und freie Zeiteinteilung unabhängig von festen Tischzeiten im Hotel.

Die Urlaubsziele der Stars

Die Urlaubsziele der Stars

Folge: Der Markt boomt. Weitere Folge aber auch: Die Preise für die eigenen vier Urlaubwände ziehen an. 718 Euro pro Woche zahlt man im Schnitt in Spanien für ein Ferienhaus, 566 Euro in Frankreich, 460 Euro in Österreich. Noch vergleichsweise günstig liegen Häuser in Kroatien (370 Euro) und Italien (440 Euro). Insgesamt geben deutsche Urlauber im Jahr vier Milliarden Euro für die Ferienhausmiete aus, ein Viertel davon geht auf das Konto von Veranstaltern.

Lust auf Stadt

Es ist der kleine Urlaub zwischendurch, ob mit der Bahn, dem Bus, dem Flieger oder dem eigenen Auto: Städtetrips boomen nach wie vor. Laut Lonely Planet, dem größten Reiseführer- Verlag der Welt, sind die Trend-Städte für 2011 New York, Tanger, Tel Aviv, Wellington in Neuseeland, die spanische Hafenstadt Valencia, die peruanische Amazonas- Stadt Iquitos, Belgiens Seehafen Gent, Delhi in Indien, Newcastle in Australien und das nordthailändische Chiang Mai.

Die schönsten Städte der Welt

Die schönsten Metropolen der Welt

Manches davon kann man verstehen, manches nicht wirklich. Man kann natürlich auch auf Bewährtes setzen: Berlin vermeldete 2010 erstmals mehr als 20 Millionen Übernachtungen. Und der Kölner Dom war und bleibt die beliebteste Sehenswürdigkeit in Deutschland.

Beliebte Reiseländer

Die einen sind Klassiker, die alle Jahre wieder ganz oben auf der Liste der beliebtesten Reiseländer rangieren, die anderen Trendziele, die kommen und gehen wie ein Modestil. Dazu gehört in diesem Sommer zum Beispiel Marrakesch, Marokkos Märchenstadt am Fuß des Hohen Atlas, für die das Buchungsportal hotels.com ein Nachfrageplus von mehr als 300 Prozent vermeldet. Schon jetzt ist klar: zu den großen Gewinnern des Sommers werden Mallorca, die Kanaren, die Türkei und die Dominikanische Republik gehören, Reiseziele, in die die Veranstalter nach den Unruhen in Ägypten ihre Flugkapazitäten umgelagert hatten.

Renaissance der Reisebüros

Klar, der Siegeszug des Worldwide Web ist nicht aufzuhalten. Der Mensch geht online, auch wenn er eine Reise buchen will. Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere: Jeder Fünfte Internet-User hat mittlerweile erkannt, dass er angesichts der unübersichtlichen Datenflut im Netz bis zu einem ganzen Tag vergeudet, bis er am Ziel ist. Das spüren die Reisebüros.

„Sie haben die Funktion, in der Überfülle der Angebote ein Lotse zu sein“, sagt Sibylle Zeuch, Sprecherin des Deutschen Reiseverbandes DRV. Trotz aller Unkenrufe gibt es in Deutschland immer noch an die 12 000 Reisebüros. Und trotz aller anderslautenden Vorhersagen wird immer noch jede zweite Pauschalreise im Reisebüro gebucht. Das liege auch daran, dass das gleiche Produkt im Web nicht günstiger sei als im Reisebüro. „Eine Reise für 1000 Euro bleibt eine Reise für 1000 Euro, egal auf welchem Vertriebsweg“, sagt dazu Michael Blum, der Sprecher von Deutschlands größtem Reiseveranstalter TUI.

Preisentwicklung

Mit der Präsentation der ersten Sommerkataloge ging die Hiobsbotschaft einher: Die Preise ziehen an, im Schnitt um zwei bis drei Prozent, bei Fernreisen sogar um bis zu fünf Prozent. Grund dafür, so hieß es unisono aus Veranstalterkreisen, sei die neue Luftverkehrssteuer. Allerdings ist etwa Alltours-Chef Willi Verhuven dieser Tage schon wieder zurückgerudert und hat seine Preise auf das Vorjahresniveau gesenkt. Er habe eingesehen: „Die Kunden fanden’s nicht richtig gut.“

Faktor Umwelt

Urlaub ja, aber bitteschön mit gutem Gewissen! Laut jüngster Umfrage des Reiseveranstalters TUI übernachten 12,8 Prozent der Bundesbürger lieber in einem umweltfreundlichen Hotel. 4,4 Prozent haben nach einem Urlaubsflug eine freiwillige Klimspende als Abbitte an die Natur geleistet. Harald Zeiss, Umweltmanager bei der TUI: „Das Umweltbewusstsein der Urlauber steigt. Urlaubsqualität heißt für immer mehr Menschen auch Umweltqualität.“

ch

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