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Tipps zum Last-Minute-Einchecken am Flughafen

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Jetzt aber hurtig: Wer Gepäck aufgeben will, sollte auch bei Inlandsreisen 60 Minuten vor Abflug am Schalter sein.

Es ist der Albtraum vor dem Traumurlaub: Stau auf der Autobahn zum Flughafen. Die Uhr läuft, der Wagen steht und der Zeitpunkt des Abflugs rückt immer näher...Das sollten Sie in so einem Fall wissen.

Wann muss ich spätestens am Gate sein? Wer haftet dafür, wenn ich meinen Flieger ­verpasse? Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wo erfahre ich, wann mein Flug genau startet?

„Entscheidend ist die Information von der Fluggesellschaft“, sagt Lufthansa-Sprecher Jan Bärwalde. Die Abflugzeit steht zum Beispiel auf der Buchungsbestätigung oder auf der Bordkarte. Bärwalde rät aber, einen Tag vor Abflug die Uhrzeit noch einmal bei der Fluggesellschaft zu überprüfen. Nach dieser Angabe sollten sich Fluggäste richten – auch wenn auf der Webseite des Flughafens etwas anderes steht. Flughäfen liefern zwar meist auch Informationen über die Flugzeiten, sind aber laut dem Reiserechtler Paul Degott immer nur Zweitquelle.

Wie lange vor dem Abflug muss ich am Flughafen sein?

Auch das legt die Fluggesellschaft fest. Die Zeiten schwanken dabei – je nachdem, ob es ein Langstreckenflug oder ein Inlandsflug ist, welche Klasse gebucht wurde und ob Gepäck aufgegeben werden muss. Meist schließen die Check-In-Schalter zwischen 30 und 60 Minuten vor Abflug. Bärwalde rät: „Man sollte bei der Anreise immer einen Puffer einbauen.“ Das empfiehlt auch Robert Wilhelm, Sprecher des Müncher Flughafens: Für einen Interkontinentalflug sollten Fluggäste wegen der Sicherheitskontrollen zwei bis zweieinhalb Stunden vorher da sein. Auch zu Ferienbeginn sollten Flugreisende etwas mehr Zeit einplanen, weil es zu Staus und längeren Wartezeiten kommen kann.

Wer zahlt, wenn ich zu spät zum Flughafen komme?

Für die Anreise zum Flughafen ist jeder selbst verantwortlich. Dabei müssen Reisende auch Staus und Zugverspätungen einplanen, sagt Reiserechtler Degott. Bei Kombiangeboten wie Rail & Fly muss der Reiseveranstalter dafür geradestehen, wenn der Zug nicht pünktlich ist. Ähnlich ist das bei Anschlussflügen. Haben Passagiere alle Teilstrecken bei einer Fluggesellschaft gebucht, muss sich die Airline um einen Ersatz kümmern. „Dann übernehmen wir natürlich die Verantwortung“, sagt Bärwalde. Pech haben jedoch Passagiere, wenn sie die Teilstrecken bei verschiedenen Gesellschaften gebucht haben. Dann gibt es lediglich bei Verspätungen von mehr als drei Stunden eine Ausgleichszahlung nach der EU-Fluggastrechteverordnung.

Was passiert, wenn ich lange am Schalter oder an der Sicherheitskontrolle warten muss?

Wer am Check-In-Schalter steht und merkt, dass ihm die Zeit davonläuft, muss irgendwann ein Signal geben: „Achtung, bei mir wird’s langsam eng“, rät Degott. Doch auch die Fluggesellschaften seien verpflichtet, die Schlangen abzugehen und zu fragen, ob jemand schnell einchecken müsse. „Wenn es knapp wird, dann versuchen wir, die Passagiere an der Schlange vorbeizuschleusen“, bestätigt Bärwalde von der Lufthansa. Bei den Sicherheitskontrollen ist das ähnlich: Im Terminal 1 des Münchner Flughafens beispielsweise gibt es sogenannte „Fast ­Lanes“ für Reisende, die schnell zum Gate müssen – dabei werden nach Kontrolle der Bordkarte eilige Passagiere bevorzugt durch Pass- und Sicherheitskontrollen geführt.

Wie lange darf ich im Duty-Free-Laden shoppen?

„Wenn es knapp wird, müssen Sie gucken, dass Sie unverzüglich zum Gate kommen“, sagt Degott. Trotzdem gibt es diese Fälle, dass Passagiere noch einkaufen – und dann den Flieger verpassen. „Das passiert häufiger, als man denkt“, sagt Lufthansa-Sprecher Bärwalde. Viele Fluggesellschaften rufen die säumigen Passagiere aus. Auf manchen Flughäfen zeigen die Anzeigetafeln hinter der Passkontrolle an, wie lange der Weg zum Flugsteig noch ist.

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Was ist mit Passagieren, die nur langsam gehen können?

Passagiere mit mobilen Einschränkungen sollten möglichst schon beim Buchen einen Hilfsdienst anfordern, rät der Flughafen München. Spätestens beim Einchecken müssten Passagiere sagen, dass sie Hilfe brauchen, meint Reiserechtler Degott. „Wer Hilfe benötigt, muss schon mitdenken und kooperativ sein.“ In der Europäischen Union sind alle Flughäfen verpflichtet, Betreuungsleistungen anzubieten – also zum Beispiel elektronische Wagen, die Passagiere zum Gate oder bis zum Flugzeug fahren.

Doreen Fiedler

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