Urlaub der Zukunft?

Mit 16 hat man noch Träume

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Traum und Realität: Mein Name ist Samuel, ich bin 16 Jahre alt, wohne im Schwarzwald. Urlaub habe ich bisher eigentlich nur mit der Familie gemacht.

Wie sieht der Tourismus der Zukunft aus? Oder anders gefragt: Wie werden die, die heute noch Kinder sind, einmal reisen, wenn sie erwachsen sind und selbst entscheiden?

Es gibt viele kluge Menschen – Wissenschaftler, Projektmanager, Meinungsforschungsinstitute und was auch immer –, die sich damit befassen. Wir nutzten die Gelegenheit und befragten unseren Schülerpraktikanten Samuel (16).

Samuel, was ist dein absoluter Reisetraum, ein Ziel, wo du unbedingt einmal hin möchtest?

Nordamerika. Das ist für mich so der Traum von der grenzenlosen Freiheit. Um das zu erleben, würde ich einfach losfahren wollen, ganz ohne festen Plan, und nur schauen, was der Tag bringt. Die riesigen Nationalparks wie Yellowstone, Yosemite oder Joshua Tree haben mich schon immer fasziniert. Und die Seen, die so groß wie ganze Meere sind. Aber auch Millionenstädte wie L.A. und Las Vegas würde ich gerne mal erleben wollen.

Mit wem würdest du am liebsten Urlaub machen?

So ein amerikanisches Roadmovie würde ich nur mit meinen Freunden erleben wollen. Allerdings würde ich meine Freundin dann gerne in Miami Beach oder einer anderen Metropole treffen und mit ihr noch ein paar schöne Tage mit Shoppen und Sightseeing genießen wollen.

Wenn Geld keine Rolle spielen würde, welches Reiseziel würdest du dir aussuchen?

Ich würde mal eine Woche in einem der Öl-Staaten verbringen, entweder in Abu Dhabi oder Dubai, in einem ganz exklusiven Hotel. Dort würde ich mich einfach mal rundum verwöhnen lassen. Exotische Früchte essen, auf einem Kamel durch die Wüste reiten, in riesigen Swimming-Pools schwimmen und diese gigantischen Metropolen mit ihren Wolkenkratzern erkunden, die da mitten in der Wüste entstanden sind. Länger als zwei Wochen würde ich es dort aber wahrscheinlich gar nicht aushalten und das Sternehotel mit Megapool in der Wüste gerne wieder eintauschen gegen Zwiebelrostbraten, heimischen Wald und klimaschonende Heizanlagen.

Was bedeutet Urlaub für dich?

Auf alle Fälle nicht einfach nur faul in der Sonne liegen. Ich will in meiner freien Zeit auch etwas erleben, aktiv sein und mich sportlich betätigen. Dazu gehört Fahrrad fahren, wandern oder schwimmen. Natürlich gibt es Tage, an denen ich mich nur an den Strand legen will, jedoch nicht ausschließlich. Wichtig ist mir auch, dass ich immer noch etwas vom Weltgeschehen mitbekomme, egal, wo ich gerade bin. Ich will immer auf dem Laufenden zu sein, und wenn es nur über mein Smartphone ist.

Auf was oder wen kannst du im Urlaub gerne verzichten? Was oder wer würde dich total nerven?

Was ich im Urlaub auf keinen Fall brauche, ist Sonnenbrand – den kann ich leiden wie Zahnweh. Und Menschen, die sich in jeder Schlange vordrängeln. Oder solche, die schon mittags acht Bier intus haben und rumgrölen.

Wie würdest du deinen Urlaub buchen oder dich über Zielgebiete informieren?

Über das Internet. Auf den unzähligen Websites gibt es garantiert etwas für mich. Nach Unterkünften und Freizeittipps würde ich googlen und mich nicht von Werbesprüchen beeinflussen lassen. Das ist bequem und keine große Action.

Glaubst du nicht, dass man bei der Suche im Internet viel Zeit aufwenden muss?

Klar, wenn man keine genaue Vorstellung von seinem Urlaub hat, ist es sicherlich zeitaufwendig. Ich glaube aber, dass das bei anderen Planungsmethoden ähnlich ist. Natürlich baue ich auch auf gute Tipps von Freunden und Verwandten. Und wenn sich etwas aus Reisekatalogen oder Prospekten ergibt, ist mir das auch recht.

Wie lange dauert Urlaub für dich idealerweise?

Urlaub soll meiner Meinung nach Urlaub sein und kein Dauerzustand werden. Ich würde höchstens dreimal im Jahr verreisen. In den Pfingstferien zum Beispiel für zwei Wochen nach Schweden, im Sommer für ein paar Tage an die Nordsee und im Winter kleinere Ausflüge zum Skifahren nach Österreich. Ein Auslandsaufenthalt auf einem anderen Kontinent dürfte aber auch mal länger sein.

Interview: Christine Hinkofer

Traum und Realität

Mein Name ist Samuel Scheibner, ich bin 16 Jahre alt, wohne im Schwarzwald. Urlaub habe ich bisher eigentlich nur mit der Familie gemacht.

Mit meinen Eltern und meinem jüngeren Bruder war ich in Dänemark, wir sind schon mehrmals Etappen des Westwegs im Schwarzwald gewandert und waren auch schon zweimal am Brombachsee in Franken. Ansonsten verbrachten wir unsere Ferien aber eher im Norden, zum Beispiel am Steinhuder Meer, wo wir schon dreimal waren.

Allein habe ich bisher noch nie Strand- oder Hotelurlaub gemacht, allerdings war ich schon des öfteren ohne meine Familie in Freizeit-Camps, das erste Mal mit neun Jahren.

Der Einfluss der Freunde

Jugendliche und junge Erwachsene lassen sich bei der Urlaubsplanung stark von ihren Freunden beeinflussen. Eine Online-Umfrage unter Elf- bis 26-Jährigen, die unter anderem vom Jugendreiseverantalter ruf erstellt wurde, ergab, dass für 84 Prozent der 5197 Befragten für die Reiseplanung die Meinung der Freunde wichtig oder sehr wichtig ist. Nur Fotos und Videos vom Reiseziel waren mit 88 Prozent noch wichtiger, das Reisebüro dagegen nutzen gerade 56 Prozent als bevorzugte Informationsquelle. Soziale Netzwerke sind für die Urlaubsplanung noch weniger wichtig: Obwohl 91 Prozent der Befragten täglich Facebook nutzen, informieren sich hier nur 41 Prozent.

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