Naturparadies Masuren

Sehnsucht nach den Seen

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Weltenbummler Schorsch Kirner begleitet unsere Leserreise in das ehemalige Ostpreußen Sehnsucht nach den Seen.

Unsere Leserreise per Rad und Schiff führt im September in eines der letzten großen Naturparadiese Europas: an die Masurische Seenplatte. Dafür konnten wir einen prominenten Begleiter gewinnen.

Sein Leben ist eine große Reise. Weil er in den mittlerweile 76 Jahren, die dieses Leben schon dauert, nur ein Ziel vor Augen gehabt hat: möglichst viel zu sehen und zu erleben auf dieser Welt.

Weltenbummler Schorsch Kirner

Ein paar Schmankerl, nicht ganz so weit weg und nicht mehr ganz so abenteuerlich, hat sich der bayerische Weltenbummler Schorsch Kirner fürs Alter aufgehoben. Und so begleitet er unsere Leser im September auf einer Reise über die Masurische Seenplatte im Nordosten Polens, dem ehemaligen Ostpreußen. Mit dem Radl, weil man auf diese Weise, so sagt es der Kirner Schorsch, „ein Land und seine Bewohner am intensivsten erlebt“. Und mit dem Schiff, das unserer Gruppe ganz alleine gehört, weil die gemütliche MS Classic Lady gerade einmal 44 Meter lang ist und nur 20 Kabinen hat (alle außen gelegen und elf Quadratmeter groß). „Unser gesamtes Gepäck ist somit immer dabei und wir müssen nicht lange überlegen, wo wir übernachten werden und wie es mit der Verpflegung aussehen wird. Entweder gibt es ein Menü an Bord oder wir gehen an Land in ein Lokal“, erklärt unser erfahrener Reiseführer.

Der sich übrigens schon „unbandig freut“. Kirner erzählt: „Ich war schon einmal an der Masurischen Seenplatte, leider aber zu einer Zeit, als man sich dort noch nicht wirklich frei bewegen konnte. Auch Fotografieren war kaum möglich, vieles war noch Sperrgebiet.“

Für Radler, sagt Schorsch Kirner, sei das Gebiet einfach ideal mit den oft noch unberührten Gegenden ohne Autoverkehr. „Es ist selten geworden in Europa, dass man das noch findet. Wir bewegen uns hauptsächlich auf sandigen Wald- und Wiesenwegen, die ohne größere Steigungen sind und häufig von uralten Baumalleen eingesäumt sind. Da kann es schon vorkommen, dass die Gäseliesel vom Dorf mit einer großen Schar Federvieh unseren Weg kreuzt oder, wie es mir passiert ist, ein Schäfer oder ein Schweinehirt vor uns dienstlich unterwegs ist.“

Kirner erklärt weiter: „Es wird nicht ganz ausbleiben, dass wir auch einmal auf einer Teerstraße fahren, aber das nur über kurze Strecken und bei wenig Verkehr. Mittagsrast werden wir unter wegs in einem typischen Res­taurant machen oder uns in einem der kleinen Dorfläden den Proviant holen.“

Radlergruppe vor der MS Classic Lady.

Die Route führt von Piaski, wo die Classic Lady ankert und man nach Ankunft und Transfer gegen 19.30 Uhr die Kabinen beziehen kann, an den Niedersee. Er ist das südliche Tor der Seenplatte. Von hier wird am nächsten Tag nach Johannisburg (Pisz) geradelt, einer hübschen Stadt mit renovierten Bürgerhäusern, einem neugotischen Rathaus und der größten Fachwerkkirche Masurens – St. Johannes. An der Schleuse von Karwik wartet die Classic Lady dann wieder, um die Radler aufzunehmen und nach Nikolaien zu bringen.

Am nächsten Tag geht es mit dem Schiff weiter Richtung Rhein (Ryn) und per Rad zu einer Schäferei und zur Wolfsschanze, wo sich die Reste des Führerhauptquartiers befinden, heute eine Gedenkstätte für Graf Stauffenberg und die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944.

Das letzte große Naturparadies Europas: die Masurische Seenplatte.

Ein Stück mit dem Schiff, eine Etappe per Rad, das ist der stetige Rhythmus auch für die nächsten Tage, über Wiesen, Felder und durch einsame Dörfer mit hundert Jahre alten Holzhäusern. Unterwegs gibt es immer was Besonderes zu sehen: eine nach dem Plänen des Hofarchitekten Schinkel erbaute Kirche, Rhein mit der Ordensburg aus dem 14. Jahrhundert, das Schwanenparadies am Lucknainer See, die Wälder von Popiellen, wo die urzeitlichen Tarpan-Pferde wieder ausgewildert werden und man mit etwas Glück eine Herde in freier Natur beobachten kann.

Ein letzter Höhepunkt dieser Reise ist die Stocherkahnfahrt auf dem Flüsschen Kruttinna, das die Johannisburger Heide durchzieht. Dann noch eine fangfrische Forelle in einem der Lokale direkt am Fluss, eine letzte Nacht auf der Classic Lady, bevor es nach einer aktiven und erlebnisreichen Woche wieder zurückgeht nach Warschau und per Flieger nach München. Lassen Sie sich führen vom bayerischen Weltreisenden Schorsch Kirner, der sagt: „Einmal selber sehen ist besser, als hundertmal erzählt zu bekommen.“

Die Infos zur Leserreise an die masurischen Seen

REISEZIEL Die insgesamt 1700 Quadratkilometer große Masurische Seenplatte liegt im Nordosten Polens, im Südwestteil des baltischen Landrückens. Die beiden größten Seen sind der Spirdingsee mit 113 Quadratkilometern und der Mauersee mit 104 Quadratkilometern. 2700 der Seen haben eine Größe von über einem Hektar. Viele der Seen sind durch Kanäle verbunden, so dass man große Teile der Seenplatte bis zur Ostsee befahren kann.

ANREISE Flug nach Warschau (ab München mit Lufthansa, eineinhalb Stunden Flugzeit). Der Transfer vom Flughafen zur Schiffsanlegestelle in Pianski (ca. 200 Kilometer) dauert mit dem Bus dreieinhalb Stunden.

SCHIFF Die MS Classic Lady wurde speziell für Radtouren auf der Masurischen Seenplatte gebaut. Sie ist 44 Meter lang, hat 20 Außenkabinen mit je elf Quadratmetern (keine Stockbetten, eigener Sanitärbereich mit Dusche und WC), ein Panorama-Restaurant auf dem Oberdeck und ein Sonnendeck. Familiäre, ungezwungene Atmosphäre an Bord. Bettwäsche und Handtücher werden gestellt.

LESERREISE Wir führen die Leserreise an die Masurische Seenplatte vom 7. bis 14. September zusammen mit dem Bayerischen Pilgerbüro durch. Mit Lufthansa-Linienflug ab/bis München, Bustransfer, sieben Übernachtungen in der Zweibettkabine, Halbpension an Bord, Eintrittsgeldern, Stocherkahnfahrt und Reiseleitung ab/bis München kostet sie 1385 Euro, Einzelkabinen-Zuschlag 195 Euro, Radmiete 48 Euro.

RADTOUREN Tourenräder mit Sieben-Gang-Nabenschaltung, Rücktrittsbremse und Satteltasche sind vor Ort zu mieten. Die Strecken führen über sanft gewelltes Land mit wenig größeren Steigungen auf teilweise sandigen Feld-, Wald- und Wiesenwegen sowie auf Asphaltstraßen mit wenig Verkehr. Gesamtlänge: 250 Kilometer, für Radler mit schwächerer Kondition besteht die Möglichkeit, auch eine Radetappe auszusetzen und den Tag auf dem Schiff zu verbringen.

VERPFLEGUNG Frühstücksbüffet an Bord, abends Menü an Bord oder Barbecue an Land. Entlang der Radstrecke gibt es mittags preiswerte Möglichkeiten zur Einkehr.

INFO/BUCHUNG über das Bayerische Pilgerbüro, Tel. 089/54 58 11 55, ritter@pilgerreisen.de. Bitte Leserreise Münchner Merkur/tz angeben.

SCHORSCH KIRNER 172 Länder hat der Kirner Schorsch bereist, 57 Expeditionen in die hintersten Urwälder unternommen. 800.000 Flugkilometer hat er zurückgelegt und mindestens noch einmal so viel zu Fuß, auf einem Kamel, in einem Einbaum – oder mit dem Radl. Jetzt begleitet er unsere Leserreise nach Masuren.

 

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