Finistère: Zauberland am Ende der Welt

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Wohnen mit Aussicht: Das Haus, das im Film vom Archäologen Paul Racine (Johannes Zirner) bewohnt wird, steht am Cap Sizun.

Die wildromantische Landschaft von Finistère, der äußersten Landspitze der Bretagne, ist ab 25. August Schauplatz des ZDF-Vierteilers „Wilde Wellen“. Die Tipps der Schauspieler für das Land am Ende der Welt:

Finis Terrae, Ende der Welt, nannten schon die Römer die äußerste Landspitze der heutigen Bretagne, die weiter in den Atlantik hinausragt als irgendein anderer Teil Frankreichs. Und bis heute ist die 300 Kilometer lange Küste des Départements Finistère mit ihren steilen Klippen, den tiefen Fjorden, den kleinen Fischerhäfen und den traumschönen Buchten ein Urlaubsziel für Menschen, die einmal alles hinter sich lassen wollen.

Während der Dreharbeiten im Herbst 2010 haben sich die Hauptdarsteller Henriette Richter-Röhl, Katja Weitzenböck und Johannes Zirner zutiefst verliebt in diese Gegend, die ein einziges Naturwunder ist und so voller Überraschungen steckt. Sie haben uns Tipps gegeben für einen Urlaub in Finistère, am Ende der Welt.

Katja Weitzenböck

Katja Weitzenböck und Henriette Richter-Röhl

Mein Hotel-Geheimtipp ist La Ferme Saint-Vennec in der kleinen Gemeinde Combrit Sainte-Marine bei Quimper. Ein zauberhafter, stiller Ort, geführt von dem jungen Ehepaar Perrin. Das Anwesen aus dem 18. Jahrhundert liegt in einem zwei Hektar großen Park. Man kann entweder in einem der wunderschönen Hotelzimmer im kleinen Haupthaus aus alten bretonischen Mauern wohnen oder in einem der drei Cottages in einem mittelalterlichen Langhaus neben der Kirche. Es diente ehemals den Mönchen als Wohnhaus. Alles ist renoviert und sehr liebevoll dekoriert. Gebucht werden kann die Ferme Saint-Vennec (Zimmer ab 85 Euro, Appartements ab 115 Euro) über die Historic Hotels Europa unter www.chateauxhotels.de oder www.lafermesaintvennec.com.

Finistère ist der westlichste Teil der Bretagne mit einer beeindruckend schönen, 300 Kilometer langen Küste.

Am Hafen von Sainte Marine liegt das Café du Port. Viele Filmszenen wurden dort gedreht, denn das Café war das Motiv für Michels Restaurant. Die Spezialität des Hauses sind die Austern von der Ile Tudy gleich um die Ecke. In Sainte Marine kann man in so ziemlich jedem Lokal am Hafen gut essen. Ganz frische Jakobsmuscheln gibt es im La Misaine (www.lamisaine.fr). Begeistert war ich von den Stränden rund um Sainte Marine. Der Sand ist hier ganz fein, und das Meer ist in der Bucht nicht so wild wie draußen am Atlantik. Mir gefiel gerade die Nebensaison, die Zeit vom Spätsommer bis in den Winter. Dann ist es in der Bretagne sehr still, melancholisch. Herrlich zum Spazierengehen und Auftanken. Man fühlt sich ständig wie in einem Roman von Georges Simenon.

 

Henriette Richter-Röhl

Die Stadt Quimper

Ich wohnte während der Dreharbeiten zu „Wilde Wellen“ vier Monate im Ort Plonèvez-Porzay am Plage Kervel. Das liegt in der Bai de Douarnenez, an einem Traumstrand. Der Ort ist bildhübsch. Man ist immer ganz nah dran an den Gezeiten, was beeindruckend ist. In der Umgebung kann man toll wandern und ich habe oft ein Picknick am Strand gemacht. In der Crêperie Izella bei Bernard und Annie gibt es superleckere Crêpes. Mein Favorit ist der Crêpe Fromage. Dazu ein Glas Cidre und der atemberaubende Blick aufs Wasser!

Die Stadt Quimper, etwa 15 Kilometer von Plonèvez-Porzay entfernt, ist ein herrlicher Ort für einen Shoppingtag. Die kleinen Gässchen mit ihren alten Fachwerkhäusern und schönen Straßencafés sind sehr heimelig und einladend. Bei Macarons de Philomene in der Rue Kéréon gibt es luftiges Mandelgebäck in über 20 Sorten. Fast gegenüber steht sehr beeindruckend die seltsam schräge Kathedrale Saint-Corentin. Außerdem empfehle ich jedem einen Besuch in der sensationellen Markthalle Les Halles St. François in Quimper. Sie steht auf dem Gelände eines alten Klosters.

 

Johannes Zirner

Während der Dreharbeiten habe ich mit meiner Frau und unseren Töchtern in Douarnenez gewohnt. Begeistert hat mich dort vor allem das Klima. Es ist vom Golfstrom geprägt und so kann man auch im Herbst noch baden. In diesem Teil der Bretagne geht die Sonne übrigens am spätesten in ganz Europa unter, man kann also ewig draußen sitzen.

Johannes Zirner

Bis vor 20 Jahren war der Sardinenfang das Wichtigste hier. Auch heute noch ist die Sardine allgegenwärtig und bei Penn Sardin in der 7 Rue Le Breton kann man über 100 verschiedene Sorten in Dosen kaufen. Ich war selbst auch öfter fischen und habe jede Menge leckere Makrelen gefangen. Am Hafen, wo wir viele Filmszenen gedreht haben, befindet sich das sehenswerte Hafenmuseum mit einer Sammlung von Booten aus der ganzen Welt. Wer schöne Villen sehen möchte, der findet diese im Stadtteil Tréboul. Dort im Hafen lag für die Filmaufnahmen die Yacht von Leon vor Anker.

Ein romantischer Ort ist die Ile Tristan, die von hier per Boot zu erreichen ist. Ebenfalls in Tréboul kann man sich in der Biscuiterie de Douarnenez zeigen lassen, wie der köstliche regionale Butterkuchen Kouign Amann hergestellt wird.

Autorin Christiane Sadlo

Autorin Christiane Sadlo

Mein erster Tipp: Aufsteigen. Der Berg Menez-Hom auf der Halbinsel Crozon ist mit 330 Metern die höchste Erhebung der Gegend. Man hat von dort oben einen unwahrscheinlich tollen Blick aufs Meer und die Bucht von Douarnenez. Besonders herrlich ist das bei Sonnenuntergang, wenn alles in Rot getaucht wird.

Mein zweiter Tipp: Eintauchen. In die Mysterien der frühen Menschheitsgeschichte. Keiner weiß bis heute genau, woher die Menhire von Carnac kommen, 3000 Steine, unter ihnen der Manio, mit 6,50 Metern der höchste der Bretagne. In den ersten Herbstnebeln ist das Königreich der Steine ein besonders geheimnisvoller Ort. Auch im Film spielen sie eine zentrale Rolle als Forschungsprojekt des Archäologen Paul Racine.

Mein dritter Tipp: Rausfahren, einen Tag lang mit dem Fischerboot, das ist wild und abenteuerlich. Am Abend ist man so müde, dass man es grade noch in die nächste Crêperie schafft, um sich dort mit bretonischen Köstlichkeiten zu belohnen.

DIE REISE-INFOS ZU FINISTÈRE

REISEZIEL Finistère ist der westlichste Teil der Bretagne mit einer beeindruckend schönen, 300 Kilometer langen Küste. Das Département erstreckt sich von Morlaix im Norden über die Hafenstadt Brest, die Halbinseln Crozon und Cap Sizun, die Bucht von Douarnenez bis zur Südküste mit den Städten Fouesnant und Carnac, dem Feld der 3000 Menhire.

ANREISE Air France fliegt von München via Paris nach Brest. Flugzeit mit Umsteigen ca. sechs Stunden. Preis ca. 280 Euro für den Hin- und Rückflug. Mit dem Pkw von München via Stuttgart und Paris auf der Autobahn ca. 1400 Kilometer. Mit der Bahn tägliche ICE-Verbindungen nach Brest (Minimum einmal Umsteigen).

DREHORTE Das 1899 erbaute Château de Bot-Conan in Fouesnant (Südküste, Baie des Concarneau) ist im Film der Wohnsitz der Familie Menec (Katja Weitzenböck spielt Claire Menec). Das Café du Port in Combrit ist das Restaurant von Michel Dumont (Ulrich Pleitgen). In Lostmarc‘h bei Crozon und bei Carnac stehen die Menhire (bretonisch für langer Stein) und Hinkelsteine, deren Herkunft von Paul Racine (Johannes Zirner) erforscht wird. Viele Szenen wurden auch am Cap Sizun und in der Stadt Quimper gedreht.

STRÄNDE Zu den schönsten Stränden der Bretagne zählen Lost-Marc‘h und La Palue auf der Halbinsel Crozon. Bei Ebbe sind sie zusammen 2300 Meter lang und 270 Meter breit. Bei Flut werden sie durch den Felsen von La Palue getrennt. Zu erreichen ist Lost-Marc‘h über den gleichnamigen Ort, in dem es wegen der Sackgasse aber nur begrenzt Parkplätze gibt. Besser ist der Parkplatz zwischen den beiden Stränden, von dort kann man über einen Fußweg durch die Dünen beide Strände erreichen. Manchmal tauchen vor Lost-Marc‘h, angelockt vom Fischreichtum des Meeres dort, auch Seehunde auf.

NATURPARK Die gesamte Halbinsel Crozon gehört zum Parc Naturel d‘Armorique, dem einzigen Naturpark in der Bretagne. Hier sind die Strände von Felsformationen eingerahmt und wechseln sich mit bis zu 100 Meter steil abfallenden Klippen ab. Dahinter erstreckt sich ein Wandergebiet zwischen Heidefeldern und Ginster.

KUNST 1860 entdeckte der amerikanische Maler Henry Bacon Pont-Aven und bald entwickelte sich das Städtchen an der Mündung des Flusses Aven in den Atlantik zu einer kosmopolitischen Künstlerkolonie. Gauguin hat hier einen Malstil entwickelt, der als Schule von Pont-Aven weltberühmt wurde. Seine Motive werden auf einem Rundkurs mit 17 Stationen gezeigt, darunter die Mühle, der Hafen und die Kapelle von Trémalo.

SENDETERMIN & BUCH „Wilde Wellen“, die Geschichte der Unternehmersfamilie Menec (Katja Weitzenböck, Hanns Zischer und Daniel Rösner) und der Polizistin Marie (Henriette Richter-Röhl), die in der Bretagne auf der Suche nach ihrer Vergangenheit ist und sich dort in den Archäologen Paul (Johannes Zirner) verliebt, wird am 25. und 28. August und am 1. und 4. September jeweils um 20.15 Uhr im ZDF gesendet. Der gleichnamige Roman von Drehbuchautorin Christiane Sadlo erscheint am 22. August im Blanvalet-Verlag. Preis: 18,99 Euro. ISBN 978-3-7654-0405-2,

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