Entschädigung: Urteil stärkt Fluggastrechte

+
Entschädigung für Fluggäste auch bei abgebrochenem Start

Verspätet sich ein Abflug um mehr als drei Stunden, haben die Passagiere innerhalb der EU Anspruch auf finanziellen Ausgleich. Auch wenn die Maschine erst planmäßig abgehoben ist.

In dem verhandelten Fall hatte der Kläger einen Flug von Frankfurt am Main nach Puerto Plata gebucht. Der Startvorgang am frühen Nachmittag musste wegen eines technischen Defektes abgebrochen werden. Der Weiterflug war erst am folgenden Morgen möglich. Das ist als eine Abflugverspätung um mehr als drei Stunden zu werten, für die laut der EU-Fluggastrechteverordnung ein Ausgleichsanspruch besteht.

Lesen Sie mehr zum Thema:

Airline schlechtes Wetter beweisen

Alles, was Recht ist beim Flug

Recht bei Flug-Verspätung wegen Defekt

Die Erklärung der Fluggesellschaft, die Funktionsstörung eines Höhenruders sei ein außergewöhnlicher Umstand gewesen, für den sie nicht verantwortlich gemacht werden könne, akzeptierte das Gericht nicht. Ein technischer Defekt sei kein “außergewöhnlicher Umstand“. Das gelte nur für Ereignisse, die für ein Luftfahrtunternehmen weder vorhersehbar noch beherrschbar seien.

Verspätet sich ein Abflug um mehr als drei Stunden, haben die Passagiere Anspruch auf finanziellen Ausgleich. Das gilt auch dann, wenn die Maschine zwar planmäßig abhebt, den Startvorgang aber abbrechen muss und die Fluggäste erst deutlich später mit einer anderen Maschinen transportiert werden. So urteilte das Amtsgericht Rüsselsheim (Az.: 3 C 1392/10 Ä31Ü). Die Fluggesellschaft könne in diesem Fall nicht argumentieren, die Maschine sei planmäßig abgeflogen, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in Wiesbaden in ihrer Zeitschrift “ReiseRecht aktuell“.

dpa

Die dümmsten Fragen von Fluggästen

"Können Sie das Fenster öffnen?" - 9 dumme Fragen von Fluggästen

Kommentare