Es muss nicht immer teuer sein

Wann günstige Reifen die richtige Wahl sind

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Sind teure Premium-Reifen immer nötig? Experte Ahmet Karakus erklärt, warum manchmal auch ein preisgünstiger Reifen die richtige Wahl ist.

Region Rhein-Main - Die richtigen Sommerreifen zu finden, ist schwer. Hersteller raten wegen der Sicherheit zum Spitzen-Pneu. Diese kosten aber richtig Geld. Warum es oft auch ein günstiger Reifen tut, verrät der EXTRA TIPP. Von Christian Reinartz 

Stärkerer Grip, Kurvensicherheit, besseres Abrollverhalten, kürzerer Bremsweg, weniger Rollwiderstand – die Liste mit der sich Premium-Reifen-Marken versuchen gegen die Konkurrenz zu behaupten ist lang und oftmals effektiv. Denn nicht wenige Kunden lassen sich davon beeindrucken und wählen eine Top-Marke, weil sie beim Thema Sicherheit nicht sparen wollen. Doch ist das in allen Fällen wirklich angebracht?

Es muss nicht immer ein Premiumreifen sein

Der EXTRA TIPP hat bei Reifenhändler Ahmet Karakus nachgefragt. Er betreibt mehrere Filialen in Obertshausen, Offenbach, Langen und Frankfurt und ist überzeugt: „Es muss nicht immer ein Premiumreifen sein.“

Grundsätzlich seien alle getesteten und zugelassen Reifen zunächst einmal so sicher, dass man sich gefahrlos mit ihnen auf der Straße bewegen kann. „Deswegen spricht gar nichts dagegen, einen Reifen aus dem mittleren Preissegment zu nehmen, wenn man nicht besonderes viel Auto fährt.“ Wer etwa nur 10.000 bis 15.000 Kilometer pro Jahr fahre, könne ohne Probleme auch ein günstigeres Produkt wählen. Karakus legt aber Wert darauf: „Man sollte die Marke aber schonmal gehört haben.“ Von kuriose Produkten aus Asien mit abenteuerlichen Namen wie Tiger-Reifen oder ähnlichen würde er die Finger lassen.

Grundsätzlich seien aber auch Reifen aus Asien keine schlechte Wahl. „Dann aber etwas von Toyo oder Nexen“, sagt Karakus. „Die haben große Werke mit hohem Standard und produzieren wirklich gute Reifen.“

Toyo oder Nexen aus Asien

Oft sei deren Nachteil eine geringere Laufleistung. „Aber wer sowieso nicht viel fährt, kann da richtig Geld sparen.“ Dennoch stellt Karakus klar: „Die Spitzenmarken bieten für ihr Geld auch eindeutig mehr Leistung.“ Nur sei es fraglich, ob man diese auch brauche, wenn man ein Auto mit 100 PS fahre, oder ob es auf besondere Kurvenstabilität bei einem Mittelklasse-Van ankomme. „Deswegen müsse man vor jedem Reifenkauf mit dem Händler ermitteln, welcher Reifenbedarf wirklich da ist“, sagt der Fachmann. Ein Beratungsgespräch sei deshalb vor jedem Kauf besonders wichtig. „Testergebnisse im Internet oder den Fachzeitschriften sind meistens nur bedingt aussagekräftig. Die Erfahrungen, die wir als Händler vor Ort machen, sind da oft viel hilfreicher.“

Tipps vom Profi, damit Reifen länger leben

Auf neue Reifen achten 

Nur, wer einen frisch hergestellten Reifen aufzieht, hat lange etwas davon. Denn auch das Reifengummi altert. Aufschluss über das Alter gibt die DOT-Nummer, die das Herstellungsdatum zeigt. Sie ist auf der Flanke eines jeden Reifens zu finden. Dort wird Kalenderwoche und Jahr genannt.

Reifen einfahren 

Der Vorteil: Die Reifen haften besser, wenn sie einige Zeit sachte eingefahren werden. Denn das stetige Walken des Gummis macht sie geschmeidig, der Grip erhöht sich. Reifen, die länger gelagert worden sind, sollten deshalb wieder eingefahren werden.

Richtige Lagerung 

Sommerreifen sollten im Winter dunkel, trocken und kühl gelagert werden. Eine normale Raumtemperatur, nicht aber unter 15 Grad ist optimal.

Der richtige Reifendruck 

Wichtig: Den Luftdruck immer bei kalten Reifen kontrollieren, denn bei warmen Reifen steigt der Druck. Als Richtwert gilt der in der Fahrzeugbeschreibung angegebene Reifendruck. Dieser sollte häufig überprüft werden, denn schon etwas zu wenig sorgt für mehr Abrieb und höheren Spritverbrauch. Außerdem werden Reifen mit zu wenig Druck schneller heiß.

Bordsteine meiden 

Hohe Bordsteine sind Gift. Deshalb diese nur überfahren, wenn es keine andere Möglichkeit gibt. Dann gilt: Je stumpfer der Winkel desto besser. Zudem darauf achten, dass die Reifen beim Parken nicht eingedellt werden.

Reifen markieren 

Bei jedem Reifenwechsel mit Kreide die Position der Reifen vermerken, um sie in der nächsten Saison austauschen zu können. Denn die Reifen der antreibenden Achse nutzen sich schneller ab. Ein Wechsel gleicht das aus, sodass die Reifen länger halten.

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