Wetter-Gudd-Formel für den EXTRA TIPP

Gudd ist das Wetter

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Martin Gudd bei der Arbeit im FFH-Funkhaus.

Bad Vilbel – Martin Gudd prognostiziert stündlich das Wetter auf Radio FFH. Damit hält er einen Rekord. Er beruft sich auf unzählige Daten, aber auch auf seine Erfahrung. Seine Karriere begann in einem Verschlag aus Apfelsinenkisten. Jetzt schreibt er auch für den EXTRA TIPP. Von Axel Grysczyk.

Das Wetter hat er im Kopf. „Manchmal dauert’s nur ein paar Minuten, dann habe ich die Vorhersage zusammen gestellt“, sagt Martin Gudd. Der Medien-Meteorologe, der als „Wetter-Gudd“ stündlich das Wetter beim Radiosender FFH vorhersagt, stützt sich zu 60 Prozent auf eine unvorstellbare ihm zur Verfügung stehende Datenflut und zu 40 Prozent auf seine eigene Erfahrung. „Nach all den Jahren weiß ich, was es bedeutet, wenn sich über diesem Gebiet die Wolken zusammen ziehen oder sich über einem anderen am Abend Gewitter bilden“, erklärt der 49-Jährige. Unzählige viele Wetterstationen liefern ständig aktualisierte Daten, die in seiner Firma „Bender & Gudd“ in Bad Kreuznach zusammenfließen. Anhand dieser Daten erstellt er seine Vorhersagen für FFH, aber auch für andere Radiostationen. Dabei sorgt er täglich für einen Rekord. Gudd: „Von morgens fünf bis zehn Uhr – in der Zeit, in der ich im FFH-Funkhaus vor Ort bin – erstelle ich für jeden Tag für die unterschiedlichen Regionen in Hessen 65 bis 70 Wetter-Aufzeichnungen. Ich gehe davon aus, dass diese hohe Anzahl deutscher, vielleicht sogar Weltrekord ist.“

Gudd ist ein Wetter-Junkie. Angefangen hat er als Kind im Garten der Eltern in Fulda. Aus Apfelsinenkisten bastelte er sich seine erste eigene Wetterhütte, registrierte Windgeschwindigkeiten, analysierte den Luftdruck oder nahm mit dem Kassettenrekorder herannahende Gewitter auf. Nach dem Studium der Geografie rückt er seit 1994 für diverse Radiostationen die Wolken zurecht. Seit 1998 ist er täglich bei FFH zu hören.

Damit seine Arbeit fürs Radio wirklich „Gudd“ ist, vermeidet er langfristige Prognosen. „Wenn man im Internet Wetterprognosen anklickt, die für die nächsten 16 Tage Vorhersagen treffen, sinkt die Erfolgsquote mit jedem Tag. Wirklich seriös sind Wettereinschätzungen nur für die ersten drei Tage. Da stimmt die Vorhersage und das tatsächliche Wetter zu 100 Prozent überein.“

Doch Martin Gudd weiß noch viel mehr über das Wetter. Das haben EXTRA TIPP-Leser bereits in einem längeren Interview mit ihm erfahren. Jetzt lässt er unsere Leser in jeder Ausgabe an seinem Wetter-Wissen teilhaben und blickt in einer Kolumne für den EXTRA TIPP wöchentlich ein wenig über den Wetter-Tellerrand. Zum Start in dieser Woche geht’s um den Altweiber-Sommer.

Die Wetter-Gudd-Formel

Der September bringt uns an seinen letzten beiden Tagen doch eher noch die schöne Variante beim Wetter. An diesem Sonntag gibt es Sonne und im Tagesverlauf einige Wolken im Mix, dazu Nachmittagswerte von 19 Grad. Am Montag scheint zeitweise die Sonne, und auch da bekommen wir bis zu 19 Grad. Auch der Oktober wird diesen Trend erst mal fortführen. Wir erwarten schönes, mildes Wetter, örtlich etwas Nebel, und wohl erst in der zweiten Wochenhälfte steht die nächste Wetteränderung an, es ziehen Regenwolken auf. Zu verdanken haben wir diese schöne Witterung dem sogenannten Altweibersommer. Jedes Jahr Ende September/Anfang Oktober sorgt ein Hochdruckgebiet bei uns dafür, dass wir häufig Sonnenschein und tagsüber mildes Wetter bekommen, teils bis über 20 Grad. Über Westeuropa und über Russland hängen Regentiefs, die aber nicht von der Stelle kommen. Diese Wetterlage ist sehr stabil und kann unter Umständen mehrere Wochen andauern. In den Mittelgebirgen und in den Alpen ist es übrigens die schönste Zeit zum Wandern.

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