Wie kommen Geschädigte nach einem Massen-Unfall an ihr Geld?

Massenkarambolage: Wer ist schuld?

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Nach Massenkarambolagen kommt die Frage nach dem Schadenersatz

Region Rhein-Main – Bei der Massenkarambolage auf der A45 am Dienstag verwandelten sich 100 Autos in ein Meer aus Blech. Ums Leben kam dabei niemand. Nach den Aufräumarbeiten, kommt die Frage nach dem Schadensersatz. Von Angelika Pöppel

Der EXTRA TIPP erklärt, wie die Geschädigten in so einem Fall am besten ihr Geld bekommen.

Bei einer Massenkarambolage, wie auf der A45 (nachzulesen auf

www.extratipp.com) kümmert sich der Verband der Deutschen Versicherer (GDV) um die Regulierung. Doch: „Erstmal muss es sich um einen Massen-Unfall handeln. Dafür müssen mindestens 50 Fahrzeuge am Unfall beteiligt sind“, stellt Katrin Rüter, GDV-Pressesprecherin klar. Oft handele es sich auch bei Unfällen mit über 80 Fahrzeugen, um mehrere Einzelunfälle, bei der die Schuldfrage problemlos beantwortet werden kann. Kann sie das nicht, reguliert der GDV den Schaden – ausnahmsweise auch bei mindestens 20 Beteiligten. „Bei einem Massen-Unfall ist es fast unmöglich den Verursacher zu ermitteln“, sagt Rüter. Die Polizei und eine Komission der GDV muss die Unfallart feststellen. Dann bekommen Fahrer mit einem Heckschaden generell 100 Prozent des Schadens erstattet, bei einem Frontschaden 25 Prozent. Ist der Wagen vorne und hinten beschädigt, bekommt der Halter über 30 Prozent des Schadens bezahlt.

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Auch wenn es sich um einen Massenunfall handelt, können Beteiligte auf die Regulierung durch den GDV verzichten. Dann muss allerdings der Verursacher ermittelt werden. Und das lohne sich nur, wenn ein Zeuge aussagen könne oder ein Gutachter bezahlt werde. Die Massen-Regulierung hat dabei den Vorteil, dass sie einfacher ist und die Fahrer deshalb schneller ihr Geld bekommen. Übrigens: Eine Massenkarambolage ist äußerst selten: „Ein Fall im Jahr, ist schon häufig“, sagt Rüter.

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