Liebesschmerz am Valentinstag

+
Am Valentinstag gib's auch zerbrochene Herzen und Liebeskummer.

Region Rhein-Main – Willi Heuse ist nicht nur Bestattungsunternehmer in Frankfurt, sondern auch ausgebildeter Trauerbegleiter. Im Interview erklärt er, warum die Trauer nach dem Ende einer Liebesbeziehung dramatischer sein kann als beim Tod eines Menschen. Von Norman Körtge

Was ist Trauer?

Trauer empfinden wir nicht nur beim Tod eines Menschen. Es ist ein Gefühl, dass wir bei allen Abschiedserlebnissen haben. Es kann der Weggang aus dem Kindergarten, der Schulwechsel, der Wegzug von Freunden, der Verlust des Arbeitsplatzes, die Aufgabe eines Lebenstraums oder eben auch das Ende einer Beziehung sein.

Ist Trauer messbar?

Trauer an sich kann nicht bewertet werden und ist sehr individuell. Es gibt Menschen, die sind einfach stumm, andere weinen heftig. Der Trauerprozess ist vom Grundsatz her aber gleich. Dazu gehört zunächst, es „nicht wahrhaben zu wollen“ und endet mit dem Akzeptieren des Verlusts.

Gibt es Unterschiede in der Trauer? Etwa wenn es um den Verlust eines Menschen durch Tod geht oder das Ende einer Liebesbeziehung?

Generell gibt es je nach Mensch unterschiedliche Intensitäten. Es kann aber durchaus sein, dass die Trauer bei einer Scheidung oder Trennung dramatischer ist als beim Tod eines Menschen.

Warum?

Bei der Trauerbewältigung nach einer Scheidung geht es nicht nur um die Erinnerung an einen Menschen, sondern auch um die Konfrontation. Immer wieder kann man auf den oder die Ex treffen. Besonders schwierig kann es sein, wenn Kinder im Spiel sind.

Gibt es Techniken, wie man damit umgehen kann?

Zur Trauerbewältigung gehört, dass man den Schmerz durchleben muss. Es gilt, sich den Verlust bewusst zu machen, ihn zu begreifen. Es ist eben nicht mehr so wie es war. Trauerarbeit ist Erinnerungsarbeit und dazu gehört, sich klar zu machen, dass sich die Lebenssituation geändert hat und der Verlust ins Leben integriert werden muss.

Haben Sie Tipps für die Trauerbewältigung – gerade am Valentinstag?

Das ist wieder sehr individuell und dafür gibt es kein Rezept. Es gibt Menschen, die schließen sich förmlich ein, machen kein Radio oder Fernsehen an und wollen von dem ganzen Trubel am 14. Februar nichts mitbekommen. Andere gehen raus, wollen unter Leuten sein und Party machen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare