Kotz-Virus ist auf dem Vormarsch

Region Rheinmain - Der Noro-Virus ist gemein. Er lauert auf Türgriffen, Waschbecken und Toiletten, versteckt sich im Erbrochenen und im Kot. Wenn er im Körper ist, löst er schwallartiges Erbrechen und starken Durchfall aus.

Für den Herbst erwarten Experten eine neue Infektionswelle.

Die Zahlen sind alarmierend. Im vergangenen Jahr registrierten die Gesundheitsämter in Hessen 11.729 Noroviren-Fälle, berichtet das Robert-Koch-Institut. Das war der bis dahin höchste Jahreswert seit Einführung der Meldepflicht 2001. Für dieses Jahr wird ein neuer Höchststand befürchtet. Bisher sind hessenweit in diesem Jahr schon zwölf Prozent mehr Fälle gemeldet als im Vorjahreszeitraum. Es gibt allerdings regionale Unterschiede. Kassel vermeldet eine Zunahme von 80 Prozent, während im Landkreis Darmstadt-Dieburg die gemeldeten Fälle (bis 27. August 2008) von 554 auf 599 stiegen. Das entspricht einer Zunahme von 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Eine deutliche Abnahme der Fallzahlen gegenüber 2007 verzeichnen hingegen der Landkreis Offenbach (minus 22,7 Prozent) und Stadt Offenbach (minus 60,7 Prozent).

Von Entwarnung kann allerdings nicht die Rede sein, betont Nadine Müller von der Techniker Krankenkasse in Hessen. Mit einem Anstieg der Infektionen ist ab Herbst zu rechnen. Vor allem Gemeinschaftseinrichtungen sind betroffen. "Wenn dort Noro-Viren auftreten, können ganz schnell viele Menschen betroffen sein", weiß Müller: "Verstärkte Ansteckungsgefahr besteht in Kindergärten, Altenheimen und Krankenhäusern." Nahezu die Hälfte der erkrankten Hessen waren 70 Jahre oder älter. Jede zehnte Infektion betraf ein Kind unter fünf Jahren.

Die Magen-Darm-Infektionen treten plötzlich auf und zeichnen sich durch starkes Erbrechen, Durchfälle, Übelkeit sowie Kopf- und Bauchschmerzen aus. Um Flüssigkeitsverluste auszugleichen ist es wichtig, dass die Betroffenen viel trinken.

"Außerdem ist es unerlässlich, sich regelmäßig die Hände mit Seife zu waschen und Toiletten und Oberflächen gründlich zu reinigen, denn die Viren können noch bis zu zwei Wochen nach der Erkrankung ausgeschieden werden", heißt es von Seiten der Techniker Krankenkasse. nkö

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