Der Preis der harten Maloche

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Redaktionsleiter Axel Grysczyk

Deutschland steht wirtschaftlich gut da. Und auch die Arbeitslosenzahlen sind im September gesunken. Wir machen’s vor. Doch keiner macht’s nach. Kommentar von Axel Grysczyk

Weil’s tiefe Einschnitte bedeutet und die trauen sich andere Länder nicht zu. Doch wir zahlen einen hohen Preis. Wir arbeiten länger bis zur Rente, als unsere Nachbarn. Für schwächere Regionen in Deutschland und in Europa leisten wir Ausgleichszahlungen von unseren Steuergeldern. Unser Staat pumpt Geld in unsere Kitas und Schulen, weil diese Einrichtungen immer häufiger mit ihrem Bildungsauftrag überfordert sind. Auch weil Eltern weniger Zeit haben für ihre Kinder. Schließlich müssen sie mehr und härter arbeiten. Und wer zu langsam oder sich nicht geschickt genug anstellt, den sortieren wir aus, zahlen ihm Hartz IV, weil das vermeintlich immer noch billiger ist, als solche Leute durchzuschleifen.

Politische Ideen waren ein Flickenteppich

Und zu guter Letzt ist im europäischen Vergleich in Deutschland die Lohnentwicklung nur durchschnittlich, ansonsten würden wir auch unsere positive wirtschaftliche Entwicklung gefährden. Wir buckeln und malochen und übersehen dabei, dass wir einige Entwicklungen ad absurdum führen. Bestes Beispiel ist die Fürsorge für Kinder. Ein paar Euro mehr hier, eine Entlastung da – die politischen Ideen aus der vergangenen Legislaturperiode waren ein Flickenteppich, der das eigentliche Problem unangetastet gelassen hat. Denn Mütter brauchen mehr Zeit und vor allem weniger Druck durch Beruf und Familie. Dann bräuchten wir auch weniger Geld in Bildungseinrichtungen schießen, mit dem wir hoffen, Fehlentwicklungen durch diesen Druck wieder auszugleichen. Maloche um jeden Preis ist nicht mehr zeitgemäß.

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