Ivy Quainoo: Kein Vorbild für Integration 

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Ivy Quainoo

Berlin - „The Voice of Germany“-Siegerin Ivy Quainoo aus Berlin-Neukölln hat ghanaische Wurzeln. Zur Gallionsfigur für Integration taugt sie aber nicht, sagt sie. Ihre Begründung ist stichhaltig. 

„Ich bin hier geboren, ich bin Deutsche. Ich bin wie jeder andere Jugendliche hier zu Schule gegangen, hab mein Abitur gemacht. Deswegen kann ich vielleicht eine Gallionsfigur für alle Jugendlichen in Deutschland sein, aber nicht für Integration“, das sagte die 19-Jährige jetzt in einem Interview.

Die Sängerin ist ohne ihren Vater aufgewachsen. „Ich weiß nicht mal, ob er noch in Berlin lebt, wieder in Ghana ist oder sonst wo“, sagte die 19-jährige Berlinerin der „Bild am Sonntag“. Er sei vor 35 Jahren aus Ghana nach Deutschland gekommen und habe die Familie noch vor ihrer Geburt verlassen. „Und wenn er sich jetzt meldet, nachdem ich bekannt geworden bin, fände ich es ein bisschen komisch“, sagte Quainoo. ´

"The Voice" - Bilder der ersten Live-Show

"The Voice" - Bilder der ersten Live-Show

Am Freitag war sie zur Siegerin der Castingshow gekürt worden. Nun wolle sie entspannt schauen, was kommt, „kein Stress“. Sie habe sich vorgenommen, „auf jeden Fall ich zu bleiben“, betonte die Sängerin. Jetzt hofft sie, dass sie als Gewinnerin der neuen Staffel die Musik machen darf, die sie will, „dass mir jetzt nicht irgendetwas aufgedrückt wird“.

Ivy beeindruckte in der Show mit einer starken Soulstimme. Sie war die einzige Teilnehmerin, die immer von den Zuschauern weitergewählt wurde. Dabei hatte sie im Gegensatz zu vielen anderen Teilnehmern kaum Bühnenerfahrung: Ihr größtes Publikum zuvor waren um die 600 Zuhörer in ihrer Schule gewesen. Bis zur Show jobbte sie als Verkäuferin bei einem Textil-Discounter. Ihre Stimme entdeckte Quainoo mit zwölf und wollte danach auch mit Musik weitermachen. Studieren will sie in Zukunft vielleicht trotzdem - jetzt aber nicht mehr Gesang.

Sie hofft, dass sie auch in Zukunft noch genug Zeit für ihre Freunde finden wird („Es gibt ja Telefone.“) und will, dass sich nach dem Showsieg vor allem eins nicht verändert: „Ich selbst.“

dpa/dapd

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