Polizeiruf 110: Wohin der Falke fliegt

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Die Dreharbeiten zum Polizeiruf 110 "Raubvögel" zeigen die Schauspieler Isabell Gerschke als Oberkommissarin Nora Lindner und Eckhard Preuß als Adamski im Krankenhaus.

Halle - Manchmal hilft’s, wenn man nicht zuviel erwartet. Denn die "Raubvögel" aus der ARD-Serie"Polizeiruf 110" überraschten nicht nur durch Unterhaltsamkeit.

Herbert Schmücke und Herbert Schneider, die gemütlichen Buddies aus Halle, stehen nun mal nicht für außergewöhnliche Krimis. Und so ist man doch positiv überrascht über „Raubvögel“, den vorletzten „Polizeiruf 110“ (ARD) mit dem pensionsreifen Duo Jaecki Schwarz und Wolfgang Winkler.

Mit großer Ruhe ermitteln die beiden in diesem Fall, der mitten hinein führt in ein kompliziertes Beziehungsgeflecht (Buch: Andreas Pflüger). Die Liebe, die Schulden und der Traum, mit einem krummen Ding alle Sorgen loszuwerden, ketten Menschen aneinander, die nicht zueinander passen. Das geht nicht ohne Textbausteine wie das oft gehörte „Bis morgen habe ich das Geld!“ ab, auch das Motiv des under cover ermittelnden Beamten ist nicht wirklich neu.

Trotzdem ist diese Episode recht unterhaltsam (Regie: Esther Wenger), was an der Schauspielerauswahl abseits der üblichen Verdächtigen liegt und daran, dass lange nicht klar ist, wohin der Falke fliegt. Die Fahrt der Oldies auf dem Tandem am Ende kann schon als Warmstrampeln für den neuen Lebensabschnitt gedeutet werden, auch für Isabell Gerschke als Nora Lindner ist dann wohl Schluss, Gelegenheit, sich zu profilieren, bekam sie bisher leider nicht.

Rudolf Ogiermann

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