Umstrittene Kampagne

Gauland bei Lanz: „Wir sind da noch sehr dilettantisch“

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Alexander Gauland von der AfD musste etwas Peinliches gestehen.

Am Tag der Deutschen Einheit war Alexander Gauland in der Talk-Show „Markus Lanz“ zu Gast. Der AfD-Politiker legte dort ein peinliches Geständnis ab.

Die Bundestagswahl verlief für Alexandere Gauland und seine Partei, die AfD, sehr erfolgreich. Am Tag der Deutschen Einheit nahm das ehemalige CDU-Mitglied in der Talkrunde Markus Lanz im ZDF Platz.

Dabei setzte Moderator Lanz den für umstrittene Aussagen bekannten Politiker von Beginn an unter Druck, indem er ihn fragte, ob Lanz, der in Italien geboren wurde und noch immer die italienische Staatsbürgerschaft innehat, auch zu den Leuten zähle, von denen sich die AfD Deutschland zurückholen wolle.

Gauland verneinte und wollte die Aussage auf die Muslime aus dem arabischen Raum gemünzt wissen. Eine Antwort, die Lanz nicht zufriedenstellte. Er hakte erneut nach und fragte, warum die AfD alle Menschen über einen Kamm schere. Gauland wusste darauf keine plausible Antwort.

Lanz lässt bei Gauland nicht locker

Der Moderator versuchte Verständnis zu zeigen, ohne dabei von seiner kritischen Haltung abzuweichen. „Beschleicht Sie nicht manchmal ein schlechtes Gewissen, wenn die Kanzlerin auf unsägliche Weise angepöbelt wird?“ fragte Lanz mit Bezug zu Auftritten von Angela Merkel in Ostdeutschland. Gauland wies eine Verantwortung dafür zurück und machte die Kanzlerin samt Regierung selbst dafür verantwortlich.

Daraufhin brachte der ebenfalls in der Runde sitzende Journalist Robin Alexander eine Facebook-Kampagne der AfD ins Spiel, die unter anderem eine blutige Reifenspur mit Hinweisen auf Terroranschläge in Europa zeigt und als Spur der Kanzlerin überschrieben ist. Gauland gab daraufhin zu, dass diese Kampagne zu weit gegangen sei.

Gauland beschwichtigt - und sagt die Unwahrheit

Der AfD-Spitzenkandidat sagte, dass er und Alice Weidel nichts von diesem Motiv gewusst und sofort eingegriffen hätten, als sie davon erfuhren. Die ganze Wahrheit war dies jedoch nicht. Das blutige Motiv ist noch immer auf der Facebook-Seite der AfD zu sehen.

Als Moderator Lanz nach der Botschaft des Motivs fragte, die Gauland in der Vergangenheit als in der Sache richtig bezeichnet hatte, hielt der Politiker diese für einen Fehler. Zu Grunde liege diesem das Alter der AfD.

Eine kleine neue Partei, bei der nicht jeder Erfahrung mit Wahlkampf im Internet habe sei die Alternative für Deutschland, so Gauland. „Wir sind keine Berufspolitiker in dem Sinne. Wir sind in solchen Sachen noch sehr einfach und dilettantisch.“ 

Gauland: „Wir sind keine Berufspolitiker in dem Sinne.“

Eine Ausrede, die Lanz nicht gelten lassen wollte; Gauland sei immerhin 40 Jahre lang CDU-Mitglied gewesen. Auch dafür hatte der AfD-Spitzenkandidat einen Grund parat. Er verstehe nichts vom Wahlkampf im Internet und allgemein würden wenige Leute in der AfD etwas davon verstehen.

Da die AfD allerdings eine der erfolgreichsten, deutschen Parteien in sozialen Netzwerken ist, sollte man die Aussage Gaulands durchaus mit Vorsicht genießen.

sh

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