Otti Fischer ist wieder Pfarrer Braun

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Ottfried Fischer spielt wieder Pfarrer Braun.

München - Schauspieler Ottfried Fischer lässt sich von seiner Krankheit nicht ausbremsen. An diesem Freitag ist er wieder als Pfarrer Braun im Fernsehen zu sehen.

Pfarrer Braun ist wieder da. Schauspieler Ottfried Fischer geht an diesem Freitag im „Ersten“ wieder in der Rolle des schwergewichtigen Kirchenmannes auf Mörderjagd und sagt damit wohl nicht nur den Kriminellen, sondern auch seiner Parkinson-Erkrankung den Kampf an. In der neuen Episode „Ausgegeigt!“ (11.5., 20.15 Uhr) muss Braun neben einem Mörder auch noch eine wertvolle Stradivari finden. Die Suche führt ihn in sein geliebtes Oberbayern, genauer gesagt in den traditionsreichen Geigenbauort Mittenwald - und auf die Zugspitze. „Ich danke Dir für die Erschaffung des Erfinders der Zahnradbahn. Ohne den wäre ich nämlich hier nie raufgekommen“, lässt er den Herrn wissen.

Die Stradivari aus der bischöflichen Schatzkammer hat Bischof Hemmelrath (Hans-Michael Rehberg) an die Geigenvirtuosin Bridget Murrag (Sólveig Arnarsdóttir) verliehen - und die hat sie sich aus der Garderobe klauen lassen. Ärgerlich. Schließlich drohen Hemmelrath schwere Probleme, sollte die Kirche Wind von seiner Freigiebigkeit bekommen. Hobbydetektiv Guido Braun soll ihm nun helfen - unterstützt von einem Ermittler, der schon dank seines Namens prädestiniert scheint für den Fall: Kommissar Geiger (Peter Heinrich Brix). Als dann allerdings die Musikerin Bridget ermordet wird, stranguliert mit einer Harfensaite, nimmt der Fall eine unerwartete dramatische Wendung - und sie soll nicht die einzige bleiben.

Das Original des Pater Brown verkörperte in den 1960er Jahren Heinz Rühmann in den Filmen „Das schwarze Schaf“ und „Er kann's nicht lassen“. Jetzt macht sich Otti Fischer als Braun mit inzwischen ebenso beliebtem wie bekanntem Charme und Witz und unterstützt von Haushälterin Inge Haller (Gundi Ellert) und ihren Dampfnudeln an die Arbeit. Dabei sind es vor allem die Weisheiten von Kommissar Geiger, die den Witz der Krimikomödie ausmachen. „Der Himmel schickt oft für das Glück Gewöhnung als Ersatz zurück“, sinniert er über die Ehe - und: „Golfen ist der größte Spaß, den man mit angezogener Hose haben kann.“ Braun bezeichnet er als „Miss Marple Gottes, sozusagen“.

Für den an Parkinson erkrankten Fischer waren die Arbeiten für die Krimikomödie anstrengend, wie sein Management während der Dreharbeiten im vergangenen Oktober sagte. Auch auf dem Bildschirm ist dem 58-Jährigen seine Krankheit anzumerken - genau so wie sein Kampf dagegen.

Dank seiner Rolle hat Fischer sich übrigens seinem Glauben angenähert. Seitdem er für die ARD-Reihe vor der Kamera stehe, habe er „ein interessantes Phänomen“ an sich selbst beobachtet, sagte er dem Südwestrundfunk (SWR): „In mir ist etwas verschüttet, das man Glauben nennen könnte“, sagte er. „Das kann aber auch die Folge dieser ständigen Déjà-vus sein, die man hat, wenn man in die Bibel schaut - da fällt einem die Jugend wieder ein, die Fronleichnamsprozession, die Kirche.“

Das löse angenehme Empfindungen aus, die mit Erinnerung verbunden seien. „Das führt auch oft dazu, dass man das Gefühl hat, da ist mehr. Und ich weiß jetzt nicht, was es ist. Ich wäre froh, es wäre der Glauben.“ Der Glaube sei eine Gnade, die ihm „noch nicht so zuteilgeworden“ sei. „Ich hoffe, ich schaffe es noch bis zu meinem Ableben, dass ich die Gnade des Glaubens bekomme. Weil es dann eigentlich gar kein Problem ist, die Seiten zu wechseln.“

dpa

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