"Wie ausgewechselt": Im falschen Körper

+
Träumt von Freiheit und wildem Sex: Dave (Jason Bateman), erfolgreicher Anwalt und aufopferungsvoller Familienvater, in der Komödie „Wie ausgewechselt“.

München - David Dobkins Komödie erzählt die Geschichte von zwei Männern, die sich im sehr gegensätzlichen Leben des jeweils anderen wiederfinden. Ob sich der Kinobesuch für "Wie ausgewechstelt" lohnt, erfahren Sie in unserer Filmkritik.

Ja, ja, die Kirschen in Nachbars Garten… Wer hat sich nicht schon einmal bei dem Wunsch ertappt, sein Leben gegen ein anderes eintauschen zu können? So ergeht es auch zwei alten Schulfreunden aus Atlanta. Dave (Jason Bateman) ist ein erfolgreicher Anwalt mit einer wunderbaren Frau und reizenden Kindern, Mitch (Ryan Reynolds) ist ein sorgloser Single, der One-Night-Stands und bewusstseinserweiternde Substanzen genießt.

Sind Sie ein Kino-Kenner? Die besten Filmzitate

Sind Sie ein Kino-Kenner? Die besten Filmzitate

Doch insgeheim sehnt sich der notorisch abgebrannte Mitch nach Sicherheit und Geborgenheit, wohingegen der restlos überarbeitete Dave von Freiheit und wildem Sex träumt. Als die beiden im Suff simultan ihren Wunsch äußern, finden sie sich – schwupps! – im Körper des jeweils anderen wieder. Nun muss der leichtsinnige Mitch plötzlich einen wichtigen Deal mit einer japanischen Delegation abschließen, während der kreuzbrave Dave seinen Mann als Pornodarsteller stehen soll.

Die klassische Komödienkonstellation, jemanden mit einer völlig fremden Umgebung zu konfrontieren, bietet das Körpertausch-Szenario gleich doppelt. Regisseur David Dobkin („Die Hochzeits-Crasher“) geht noch einen Schritt weiter, indem er die Situationen mit dem derben, zotigen Humor anreichert, der seit einigen Jahren in Hollywoodfilmen von „Superbad“ bis „Brautalarm“ Einzug gehalten hat. So wirkt sein Film wie der unverschämte Bruder von „Freaky Friday“: Er überschreitet bewusst die Grenzen des guten Geschmacks, was bisweilen zu schmerzhaft peinlichen Szenen führt, aber streckenweise – dank pointierter Dialoge und gut getimter Situationskomik – tatsächlich äußerst witzig ist.

Hinzu kommt, dass die „Hangover“-Autoren Jon Lucas und Scott Moore in ihrem Drehbuch zwischen all den saftigen Scherzen stets Herzenswärme und bittere Wahrheit durchschimmern lassen – und dass in den Hauptrollen Vollprofis am Werk sind. Jason Bateman („Kill the Boss“) und Ryan Reynolds („Selbst ist die Braut“) merkt man den Spaß am Tabubruch deutlich an. Mit Leslie Mann („Beim ersten Mal“) als Daves Ehefrau und Olivia Wilde („Cowboys & Aliens“) als Daves Anwaltskollegin hat man ihnen zwei intelligente und witzige Partnerinnen an die Seite gestellt, die hier – durchaus ungewöhnlich für Hollywood – auch auf der Leinwand intelligent und witzig sein dürfen.

Am Ende animiert uns dieser flotte, freche, frivole Film dazu, mit unseren Wünschen ein bisschen vorsichtiger zu sein. Sie könnten schließlich in Erfüllung gehen…

Marco Schmidt

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare