Kritik interessiert ihn nicht

"Helden"-Regisseur lästert über Kritiker

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Der Regisseur von "Helden - Wenn dein Land dich braucht", Hansjörn Thurn (r.) mit den Hauptdarstellern Heiner Lauterbach und Christiane Paul, sowie dem Produzenten Stefan Raiser

München - Der Regisseur des RTL-Katastrophen-Filmes "Helden" hat einen offenen Brief an seine Kritiker veröffentlicht. Darin zeigt er von Einsicht keine Spur - im Gegenteil.

Acht Millionen hat "Helden - Wenn dein Land dich braucht" gekostet, den RTL vergangene Woche zeigte. Doch all das Geld des bis dahin teuersten Streifens, den der Privatsender jemals produzierte, war umsonst: Im Vorfeld, während und nach der Ausstrahlung wurde das Katastrophen-Epos verrissen, Fernsehkritiker betitelten ihn als den "Schlechtesten Film aller Zeiten".

Nun holt Regisseur Hansjörn Thurn in einem offenen Brief, den das Branchenportal "Blickpunkt:Film" veröffentlichte, zum Gegenschlag aus. An seine "Kollegen und Mitstreiter" gewandt, schreibt er, er habe die "lustigen" Reaktionen auf sein Werk mit "viel Amüsement" verfolgt,

"Pöbelhafter Zorn"

Thurn ätzt gegen seine Kritiker, die seiner Meinung nach einen "lustigen Beruf" haben: “Vielleicht ist es die leichte Unterhaltung, das Entertainment, der Geruch von Popcorn, den sie hier wittern und aufs Schärfste bekämpfen wollen”, zitiert ihn die Nachrichtenseite "Meedia". Thurn zeigt sich erstaunt über den "pöbelhaften Zorn", der sich da auf ihm entladen hat: "Woher dieser akute Beissreflex der Kritiker stammte, ist mir nicht ganz klar. Wir haben [...] weder faschistoide noch pädophile Tendenzen, wir rufen weder zur Gewalt gegen Minderheiten auf und haben auch keine versteckten religiösen Terrordrohungen zwischen den Szenen versteckt." Auf die Idee, dass sein Film einfach nur schlecht gewesen sein könnte, kommt Thurn nicht.

Sinnvolle Kritik ignoriert Thurn

Auch Anmerkungen zu den unzähligen faktischen Fehlern, den unterirdischen Dialogen und der miserablen schauspielerischen Leistung der durchaus namhaften Darsteller in dem Weltuntergangs-Spektakel übergeht der Regisseur geflissentlich. Sie hätten beim Dreh jeden einzelnen Tag Spaß gehabt, so Thurn. Er würde bezweifeln, dass es den Kritikern mit ihrer Häme genauso ging. Spaß bei der Arbeit als Kriterium für Qualität - darauf muss man erst einmal kommen.

"Realitätsverlust" des Regisseurs

Natürlich lässt sich die Netzgemeinde das so nicht gefallen und twittert zurück: "Wenn man einen solchen Blödsinn produziert, sollte man immerhin kritikfähig sein", ärgert sich Twitter-User Michael Ziesmann. User Jürgen Overkott meint: "Sorry, solides Handwerk hätte gereicht." Ebenfalls auf Twitter konstatiert User John Doe: "Unglaublich, unter was für einem Realitätsverlust der Regisseur leiden muß".

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VF

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