Filmkritik & Trailer

"Ein Mann namens Ove" - ein Film zum Verlieben

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Übellaunig stapft Ove (Rolf Lassgård) durchs Leben.

Hannes Holm erzählt in „Ein Mann namens Ove“ die zu Herzen gehende Geschichte des gleichnamigen Romans. Unsere Filmkritik.

Im August 2014 erschien Fredrik Backmans Debütroman „Ein Mann namens Ove“ (Fischer Verlag) und stürmte die Bestsellerlisten, nun folgt die Verfilmung des schwedischen Regisseurs Hannes Holm. Und der hat in Rolf Lassgård zum Glück die Idealbesetzung für Ove gefunden, diesen mürrischen, kleinkarierten Pedanten, der sich über all die „Idioten“ in seiner Umgebung aufregt, die offenbar weder Schilder lesen noch Auto fahren können oder über sonstige nennenswerte Kenntnisse verfügen, außer in Computer zu tippen.

Holm lässt Lassgårds Ove übellaunig durch wunderbar komponierte Bilder stapfen, die hauptsächlich aus Linien bestehen – horizontalen (Schranken, Zäune, Geländer) und vertikalen (Pfosten, Leitern, Pfähle), die Ove entlangschreiten, überprüfen und abnicken darf, weil es eben das ist, was ihm in seinem einsamen Rentnerleben geblieben ist. Bis schließlich eine junge Familie samt persischer Jung-Matriarchin nebenan einzieht und nicht nur augenblicklich die wie mit dem Lineal gezogenen Linien durchbricht (und zwar im Wortsinn in Form eines umgefahrenen Briefkastens), sondern auch Oves freudlosen Alltag, den er eigentlich gerade per fachmännisch ausgeführtem Suizid beenden wollte. Holm gelingt es mit Leichtigkeit, Oves Leben – Gegenwart und Vergangenheit – mit demselben trockenen Humor zu erzählen, der sich durch Backmans Buch zieht. Ein Leben, das von Beginn an von zwei Dingen bestimmt war: vom Zufall und vom Tod. Und so ist es nur logisch, dass Oves akribisch vorbereitete Versuche, sich endlich aus dieser ewigen Mühsal zu verabschieden, immer wieder durch die hinreißendsten Zufälle unterbrochen werden.

Lassgård stehen dabei zwei wunderbare Co-Stars zur Seite: Filip Berg, der in Rückblenden den jungen Ove spielt, rührt durch seine Art, völlig humorlos jeden Schicksalsschlag anzunehmen, während in der Gegenwart Bahar Pars als neugierige Nachbarin genügend Lebensfreude ausstrahlt, um alle mürrischen Männer in ihrer Umgebung damit anzustecken. Und so bleibt zu „Ein Mann namens Ove“ eigentlich nur zu sagen: Wer das Buch geliebt hat, wird den Film ebenfalls lieben, und wer das nicht tut, der hat möglicherweise überhaupt kein Herz.

Johanna Popp

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